Wunderbar sieht es heute - fast fünfzehn Jahre nach Gründung der FHs - in punkto Ausbildungsmöglichkeiten aus. Allein: Die Maturanten wollen nicht mehr IT studieren. Und trotz vieler Initiativen geht der Frauenanteil wieder zurück. Dem jetzt schon vielfach beklagten Facharbeitermangel ist damit in naher Zukunft Tür und Tor geöffnet.
Ohne IT läuft heute gar nichts mehr. Wer in der globalisierten modernen internetbasierten Kommunikationsgesellschaft mithalten will, braucht die IT wie Wasser und Brot - sowohl im Business - als auch im Privatbereich. So gesehen ist ein Beruf in der IT-Branche eine absolut gute und richtige Investition in die Zukunft. Allerdings auch ein beinharter. Denn der Hire-and-Fire-Alltag ist allgegenwärtig, und der Umgang mit weiblichen und älteren Arbeitskräften in der Branche ist nicht gerade zimperlich. Vielleicht schreckt das viele Maturanten ab, ein IT-Studium zu beginnen.
Dabei ist die Entwicklung der letzten fünfzehn Jahre im IT-Ausbildungsbereich geradezu á la Schlaraffenland: Aus einer schier unüberschaubaren Fülle an Angeboten in allen Bundesländern, insbesondere natürlich Wien, können angehende Studenten ihr Lieblingsstudium auswählen.

Totale (Rest der Runde) im Uhrzeigersinn, beginnend vorne rechts: Werner Fritz/FH Joanneum, Wolfgang Gmeinbauer/BEKO, Gabriele Kotsis/Uni Linz, Hans-Georg Mayer und Thomas Schöpf/beide von Kapsch CarrierCom, Heinz Dobler, FH Hagenberg, Walter Hanus/IVM, Helmut Gollner/FH Technikum Wien, Thomas Fischer/FH Campus Wien
Womit die Diskussion gleich ordentlich in Schwung kam. "Persönlichkeit, Technik, Wirtschaft - dieses Drei-Säulen-Modell prägt die FH, ich sehe eigentlich die rundere Ausbildung in Richtung Leadership bei den FHs", konterte Helmut Gollner, Studiengangsleiter Wirtschaftsinformatik an der FH Technikum Wien, mit 2.500 Studierenden derzeit die größte FH in Österreich. "Die FHs haben Ende der 90-er Jahre mit ihrem Angebot für berufstätige Studierende begonnen eine Nische zu bedienen", erläuterte Thomas Fischer von der FH Campus Wien, der damit auf eine immer größer werdende Nachfrage einging: Die IT-Aus- (bzw. Weiter-)bildung neben dem Job. "FH-Absolventen können sehr vielfältige Berufspositionen bekleiden, das kann sehr wohl auch schon eine Führungsposition ein", zeigte sich Christian Malus, Studiengangsleiter "Projektmanagement und Informationstechnik" an der dritten Wiener FH des bfi (Berufsförderungsinstituts), von den Qualifikationen "seiner" Absolventen überzeugt. Man müsse sicher die Positionierung Kompetenz versus Leadership differenzierter sehen, gab sich Werner Fritz, Studiengangsleiter Informationsmanagement von der FH Joanneum, kompromissbereit, da es sowohl an Unis als auch an den FHs unterschiedliche Studiengangsprofile gibt.






11-12/2009
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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 
