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JobTraining
FIT-Aktionstag
Fraueninitiative kämpft mit mangelndem Interesse
13 Schülerinnen besuchten anlässlich der FIT-Aktionstage ("Frauen in die Technik") den IT-Dienstleister T-Systems in Wien-Landstraße. Dort waren die Organisatorinnen allerdings etwas enttäuscht über die geringe Besucherinnen-Anzahl. Trotzdem wurde ein umfangreicher Einblick geboten.

Junge Mädchen besuchen T-Systems

Viele Unternehmen würden generell gerne mehr Damen in technischen Bereichen beschäftigen. Das trifft auch für die IT-Wirtschaft zu. Daher wird seit Jahren versucht, mehr Frauen für Technik im Allgemeinen und IT im Speziellen zu begeistern. Eine der bekanntesten Initiativen ist "Frauen in die Technik", kurz FIT, ein Programm, das nahezu in allen Bundesländern läuft. Doch die Wiener FIT-Aktionstage wurden leider nur von wenigen jungen Damen wahrgenommen. Nur rund 120 angehende Maturantinnen nahmen an der Wiener FIT-Informationsmesse teil. Knapp jede zehnte davon, exakt 13 Schülerinnen, kam dann zum Informationsnachmittag zu T-Systems.

Dabei hatte man sich bei T-Systems ein umfassendes Präsentationsprogramm ausgedacht. Zur Begrüßung erschien sogar Tina Reisenbichler, einzige Frau im Management-Team von T-Systems und verantwortlich für den Vertrieb im Bereich Telekommunikation. Reisenbichler, selbst fünffache Mutter, vermittelte den jungen Damen, dass Frauen in technischen Berufen durchaus Chancen haben und Karriere machen können.

Als nächstes war eine Führung im imposanten weitläufigen T-Center Rechenzentrum angesetzt, die allerdings wohl etwas zu technisch ausfiel: So versuchte ein Mitarbeiter des Rechenzentrum-Betrieb-Teams den Mädchen den komplizierten Schaltplan im Detail zu erklären. Und ob der Besuch von Lüftungszentrale, Generator, Batterieraum oder Umluftkühlanlage wirklich Gusto auf ein technisches Studium oder einen Arbeitsplatz in der IT-Branche machte, sei dahingestellt. Immerhin konnten die Besucherinnen zuletzt eine (von insgesamt 16) Rechenzentrumszelle sehen und erfuhren, dass 50 Personen für den Betrieb des Rechenzentrums benötigt werden.

Alltag bei T-Systems

Miriam Sinzinger (links) und Sandra Spandeck erzählten über ihren Job-Alltag bei T-Systems

Die angekündigte "lockere Gesprächsrunde bei Kuchen und Kaffee mit Technikerinnen und Managerinnen" entpuppte sich dann leider als Frontal-Präsentation von zwei jungen T-Systems-Mitarbeiterinnen. So erzählte Sandra Spandeck, Absolventin der HTL-Spengergasse, über ihre Tätigkeit als SAP-Kundenbetreuerin. Sie erklärte den Mädchen zunächst, was mit der Software SAP alles abgedeckt werden kann. "Wir betreuen die SAP-Systeme bei Kunden, derzeit haben wir 23 große Kunden", berichtete Spandeck. Sie selbst habe gerade ein kleines Team übernommen, das nun für einige Kunden exklusiv tätig ist. Gemacht werde alles: Systembetreuung, Beratung, Installation, Wartung, Fehlerbehebung, Update. In der SAP-Kundenbetreuung insgesamt arbeiten 20 Personen, nur drei davon sind zurzeit Frauen.

Die zweite junge Dame, Miriam Sinzinger, entpuppte sich als Quereinsteigerin. Mit AHS-Matura und einem Studium der Internationalen BWL landete sie "eher zufällig als geplant", wie sie zugab, als Trainee im Health-Bereich bei T-Systems. "Der Trainee-Job ist eine tolle Chance, weil man noch nicht direkt für eine Tätigkeit voll verantwortlich ist, sondern sich in Ruhe alles anschauen kann", zeigte sich Sinzinger begeistert. Der Lerneffekt sei großartig, und "es ist unglaublich, wie viele Leute ich in der kurzen Zeit kennen gelernt habe", meinte Sinzinger. Gut sei, dass man als Trainee zwei direkte Kontaktpersonen hätte: Einen Mentor sowie einen sogenannten "Buddy" für soziale Kontakte. Seit Jänner macht Sinzinger Job-Rotation und lernt damit die verschiedenen Bereiche kennen. Die auftauchende Frage nach dem Einstiegsgehalt beantwortete die anwesende T-Systems-Dame aus dem Personalmanagement nur sehr allgemein: "Je nach Qualifikation, das bewegt sich von 1.600 bis 1.500 Euro."

Reaktionen und Kritik

"Eine herbe Enttäuschung, der Besuch hat mir nix gebracht", so das knappe Resümee einer Schülerin, und weg war sie. "Bitte fragen Sie doch wen anderen, ich muss zum Zug", zog ein blondes Mädchen eilig seinen Mantel an, offensichtlich froh, dass die Veranstaltung zu Ende war. "Ganz interessant, aber ich weiß schon, dass ich auf die Militärakademie will", meinte eine andere Schülerin. "Also, ich will Elektrotechnik studieren, aber das war mir schon vor dem Besuch hier klar", bemerkte Manuela F., eine junge HTL-Schülerin aus St. Pölten. Sie hatte von dem Angebot in der Schule gehört und sich angemeldet. "Ich halte eigentlich nichts von FIT. Frauen in die Technik - das ist viel zu allgemein formuliert. Wofür steht denn jetzt Technik?" kritisierte sie.

Die jungen Besucherinnen zeigten schließlich, dass Frauen und IT durchaus zusammen passen, und der Computer zum Leben der Teenager ganz selbstverständlich dazu gehört: Den USB-Stick als Abschiedsgeschenk nahmen alle Mädchen gerne mit.

Frauen in der IT

Frauen in der Wirtschaft sind heute selbstverständlich. Aber Frauen in der IT-Branche? Hier herrscht zum Teil immer noch gähnende Leere. Obwohl viele Bestrebungen dahin laufen, mehr Mädchen und junge Frauen für diesen Bereich zu faszinieren. Dabei haben Frauen gerade in dieser Branche vielversprechende Chancen. Die neue Monitor-Serie zeigt, was Frauen in der IT leisten (könnten).

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MONITOR-Autoren
Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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