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Thema: Mobiles Business
NGN Konferenz
Noch viele Fragezeichen bei NGN
Das Schlagwort NGN (Next Generation Network) ist in aller Munde. Eigentlich schon seit Jahren. Visionen gibt es viele, allein an der Realisierung hapert es noch gehörig. Ziel ist die Schaffung einer flexiblen IP-Infrastruktur als Plattform für möglichst alle Internet-basierenden Dienste.

NGN im Gespräch auf einer Veranstaltung des IIR

Ende Jänner veranstaltete die IIR eine NGN-Konferenz, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Klar ist: Mit der Realisierung von NGNs werden die Karten am Markt neu gemischt und der Wettbewerb startet neu durch.

"NGN und IMS könnten die Rettung für Telekom-Unternehmen ein" orakelt Wolfgang Reichl, Geschäftsführer der ÖFEG (Österreichische Fernmeldetechnische Entwicklungs- und FörderungsgmbH), einer Tochter der Telekom Austria. IMS, das bedeutet IP Multimedia Subsystem und spiel laut Ansicht vieler eine tragende Hauptrolle in der Realisierung der neuen Netze.

Die Architektur aus Software und Netzelementen macht das NGN zur multifunktionalen und interaktiven Drehscheibe für neue Dienste. Das Ziel ist die totale Konvergenz: Es geht um eine technische Plattform für Festnetz, Internet und Mobilfunk, auf der sämtliche Arten von Diensten und Endgeräten zusammen betrieben werden können. Laut Reichl weist das NGN vier Grundbestandteile auf:

  • das Zugangs-Netzwerk (Breitbandzugang),
  • das Kern-Netzwerk (IP/MPLS - Multi Protocol Layer Switching),
  • die "globale Steuerungsschicht" (IMS - IP Multimedia Subsystem),
  • eine Software-Entwicklungsplattform.

Als Hürde ortete Reichl vor allem die notwendigen Investitionen. "Deswegen ist NGN noch nicht so realisiert wie erwartet", gestand Reichl ein. Denn warum sollten bestehende, an sich funktionierende Netze von den Carriern auch verändert werden. Ein gewisser Druck werde jetzt von den Konsumenten und den Betreibern von Web 2.0 Services wie z.B. amazon, google oder ebay erzeugt, das zwinge die Carrier jetzt zum Umdenken.

"Wir müssen mit Sicherheit das alte Kastl-Denken - Mobilfunk, Internet, Festnetz - ablegen, was wir brauchen, sind auch neue Regulierungsmodelle", betonte Alfred Stratil, Leiter des Bereiches Post und Telekom im BMVIT (Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie). Er war sich auch der Bedeutung der Politik in punkto Neuentwicklungen bewusst, "wir müssen Investitionsanreize schaffen", so Stratils Credo. Er ließ allerdings offen, wie diese in der Zukunft aussehen würden. Aufbauend auf dem sogenannten "Diskussionspapier vom 18. Juni" der Regulierungsbehörde RTR "werden wir jetzt gemeinsam mit der RTR ein Eckpunkte-Papier erarbeiten", meinte Stratil. Er verwies dafür auf die europäische Dimension, denn gerade in punkto NGN empfiehlt sich der Blick über die nationalen Grenzen hinweg.

Regulierung völlig unklar

Steigender Anteil der VoIP-Kommunikation in Österreich

"Auf EU-Ebene eine einheitliche Position zu finden ist ein schwieriger und steiniger Weg", seufzte Kurt Reichinger von der Regulierungsbehörde RTR. NGN sei eben ein sehr komplexes Thema. Ohne Regulierung werde man allerdings sicher nicht auskommen. Reichinger stellte fünf ungeklärte Problemfelder in den Raum, die in der Zukunft zu klären sind und für die RTR sicher einiges an Aufgaben bringen werden.

  • Interoperabilität, d.h. wie sieht horizontal und vertikal die Zusammenschaltung aus?
  • Änderungen in punkto Zusammenschaltung - fallen die heute notwendigen rund 40 Vermittlungsstellen weg?
  • Zugang zur Last Mile,
  • Investitionsrisiko ("ist berechtigte Sorge") und "regulatory holidays" ("wird es nicht geben"),
  • Migrationsmanagement (institutionell bis Konsumentenschutz).

"Die Regulierung muss genau untersuchen, welchen Einfluss die neue Entwicklung auf den Wettbewerb hat", fasste Reichinger ganz allgemein zusammen. Insgesamt "gehen wir in ein neues Gebiet hinein, die Lösung dieses Henne-Ei-Problems geht nur gemeinsam mit den Providern", zeigte sich Reichinger kooperationsfreudig. Eine industrielle Arbeitsgruppe ist soeben in Gründung, insgesamt "werden wir erst Ende 2008 klarer sehen", schätzte Reichinger.

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Mobile Business

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IT-Matchmaker
MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außen- handelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Seit 1993 arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für die Tagespresse sowie Fach- und Wirtschaftsmedien. Sein Schwerpunkt sind IT-Themen. ..mehr..

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