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Stammdatenkonsolidierung - Master Data Management
Auf einen Nenner
Stammdatenkonsolidierung klingt nach einfallslosem Saubermachen. Doch mit SOA wird das so genannte Master Data Management zum höchst strategischen Akt, der präzise Kalkulationen und Beweglichkeit für das Unternehmen ermöglicht.

Unternehmensweit in einer Sprache zu sprechen hat noch nie geschadet. Gleichzeitig kommt dies seltener vor als man denkt. Angesichts des hohen Integrationsgrades von Applikationen mag es überraschen, dass innerhalb einer Firma weiterhin mehrere Sichten auf einen Datensatz kursieren - wenngleich nur auf den ersten Blick. Langsam gewachsene Systeme, damit einher gehend unterschiedliche Release- und Automatisierungsstände haben ihre Spuren hinterlassen. Nicht selten kommt es daher vor, dass sich die Anzahl der Kunden aus Buchhaltungs- und Vertriebssicht gründlich unterscheidet.

Master Data Management (MDM) soll bei einer einheitlichen Sicht auf die Daten helfen. Ganz freiwillig wird dieses bisweilen komplexe Thema jedoch nicht in Angriff genommen. Vorschub leistet allerdings, dass die allseits geforderten agilen Prozesse nach homogenen Stammdaten verlangen. Und Ungenauigkeit kann dabei ins Geld gehen.

Saubermachen für SOA

Während sich die MDM-Anbieter vor zwei Jahren noch die Kritik gefallen lassen mussten, dass ihre Anwendungen eher im Versuchsstadium als für den Rollout bereit seien, hat man heute ausreichend Projekterfahrung gesammelt. Hinzu kommt die inzwischen verbreitete Ansicht, dass Informationen unternehmenskritisch zu behandeln seien. MDM bietet daher ein Potenzial, das sich viele nicht entgehen lassen wollen. Laut einer Studie von Ventana Research, ein Marktforschungs- und Beratungsunternehmen, das sich auf Business Intelligence- und Performance Management spezialisiert, steht für rund die Hälfte der US-Unternehmen widerspruchsfreie und aktuelle Informationen ganz oben auf der Prioritätenliste.

Der Zugang zu MDM geschieht häufig über die Integration von Kundendaten (CDI) mit dem Ziel eine Rundumsicht auf Produkte, Zulieferer und Kunden zu erreichen. Gleichzeitig haben Firmen die Bedeutung von Stammdatenmanagement als Architekturkomponente für die flexiblen Geschäftsprozesse von morgen erkannt. Die serviceorientierte Architektur (SOA) hat das Thema endgültig in den Blickpunkt gerückt. Eine an den Geschäftsprozessen ausgerichtete IT-Infrastruktur ermöglicht bei SOA die am Markt verlangte Wendigkeit. Services werden mehrfach verwendet, was weitere Kostenvorteile verspricht.

Zentrales Stammdaten-Management ist dabei entscheidend für den Erfolg. Die Daten werden aus den Applikationen heraus in die Infrastruktur überführt und damit von den einzelnen Lösungen entkoppelt. Widersprüchliche und unvollständige Aufzeichnungen verhindern die Verwendung über Anwendungen und Datenbanken hinweg und damit die Nutzung nach Plan.

MDM für Groß und Klein

Weil der Weg in Richtung der neuen Genauigkeit mit teils ungemütlicher Kleinarbeit verbunden ist, wurde das Thema von Unternehmen bis zuletzt auf die lange Bank geschoben. Welches Optimierungspotenzial vergeben wird, wenn ohne homogene Sicht auf die Daten das Tagesgeschäft betrieben wird, lässt sich dabei vielerorts nur vermuten.

Den Beginn bei MDM-Projekten machen zumeist weltweit tätige Unternehmen, die oftmals über relativ unabhängig geführte Niederlassungen verfügen und solche, die mehrere Merger hinter sich haben. Dort ist der Nachholbedarf am größten, ebenso die Bedrohung fürs Geschäft.

Doch MDM taugt nicht nur für die Großen. Auch bei mittelständischen Unternehmen verteilen sich die Stammdaten auf verschiedene Systeme. Die vergleichsweise hohe Anzahl individuell angepasster Informationen für Kunden resultiert außerdem in höheren Transaktionsvolumina.

Finden viele Abläufe dann noch system- und abteilungsübergreifend statt, kann die Implementierung eines zentralen Stammdatenmanagements über Prozessoptimierung und manchmal die Konsolidierung ganzer Systeme rasch den gewünschten ROI liefern. Relativ schnell messbar werden die ersten Erfolge am verbesserten Time-to-Market, langfristig profitieren Firmen von ihrer schnelleren Reaktionsfähigkeit. Dennoch ist im Mittelstand eine Überprüfung der Komplexität angebracht: Fehlen abteilungsübergreifende Prozesse weitgehend, gilt es die Sinnhaftigkeit eines MDM-Projektes zu hinterfragen.

Stückweise statt Hauruck

MDM lässt sich in zwei technologische Ansätze unterteilen. In der ersten Generation von MDM ging es darum, die Stammdaten in einem einzigen Ort zusammenführen, erläutert Bob Hagenau, Vice President und Mitbegründer des amerikanischen MDM-Anbieters Purisma, in einem Aufsatz über Stammdatenkonsolidierung.

Es mag verführerisch klingen, dass CRM, ERP und Co allesamt auf eine Quelle zurückgreifen, zumal dies auch für die Zukunft verschiedenen Versionen der Daten vorbeugt. Doch die Konsolidierung nach einem Schema würde "15 Jahre an Optimierungsarbeit bei Transaktionen, Datenbank-Schemen und Applikationspartitionierungen hinfällig machen", so Hagenau.

Aktuelle Ansätze konzentrieren sich daher auf eine stückweise Implementierung. Nicht ein "Urknall", würde den Wechsel bringen, sondern einzelne Schritte, die im Laufe der Zeit eine harmonischere Sicht auf die Daten liefern. Die Vorteile seien geringeres Re-Engineering, daher ein niedrigeres Projektrisiko und weniger Unterbrechungen im Tagesgeschäft.

Wie alle Projekte, die in Business-Prozesse eingreifen, ist auch MDM kein vorrangig technischen Unterfangen. Häufig treten bei der Umsetzung prozessliche Mängel und unternehmensinterne Unstimmigkeiten zutage. Das Finden des gemeinsamen Nenners ist allerdings entscheidend, etwa eine exakte Definition, was einen Kunden zu einem solchen macht, unerlässlich für den Projekterfolg. Wenn es schließlich scheint, dass kein Stein auf dem anderen bleibt, könnte dies ein erster Vorgeschmack auf den Alltag im agilen Unternehmen von morgen sein.

Anbieter von MDM-Lösungen

Firma     Standort    Produkt   Kategorie    URL
IBM Weltweit WebSphere Customer Center Customer Data Integration-Hub (CDI)  www.ibm.com
Initiate Systems Chicago  Initiate Identity Hub MDM- und Enterprise-Master- Person-Index-Lösung (EMPI)   www.initiatesystems.com
Kalido Burlington, USA Kalido 8M MDM-Suite www.kalido.com
Oracle/Hyperion Weltweit Hyperion System 9 MDM MDM-Suite www.hyperion.com
Purisma Redwood City, USA Purisma Data Hub MDM-Suite www.purisma.com
SAP Weltweit Netweaver MDM MDM-Lösung www.sap.com
Siperian San Mateo, USA Siperian MDM Hub MDM-Suite www.siperian.com
Stratature (Microsoft) Alpharetta, USA + EDM MDM-Applikation www.stratature.com
Udex Newport, GB PDQ @ Source Product Data Quality Suite (PDQ) branchenspez. www.udex.com
    

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