Mit dem Impulsprogramms FIT-IT (www.fit-it.at) hat das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) seit 2002 rund 70 Projekte gefördert. Mehr als 40 Mio. Euro sind seitdem in innovative Forschungsvorhaben geflossen. Aus ursprünglich einer sind mittlerweile fünf Programmlinien geworden, die dazu dienen, die heimische Spitzenforschung im IKT-Bereich zu unterstützen und den Technologiestandort Österreich zu stärken.
In der Programmlinie "Embedded Systems" heißt das Siegerprojekt "Wireless Cargo Monitoring System" (WCMS). Mehr als 65 Prozent der Welthandelsgüter werden mittlerweile per Container transportiert. Die Gefahren, denen ein Container auf seinen Reisen ausgesetzt ist, sind dabei vielfältig. Container können "verloren" gehen beziehungsweise an falsche Zielorte transportiert werden. Es kann zu Verzögerungen beim Transport kommen, die Güter können aber auch durch Temperaturschwankungen oder andere Umwelteinflüsse beschädigt werden. Die jährlichen Schäden in diesem Geschäft gehen in die Milliarden.
Um Container besser überwachen zu können, arbeiten die Logistikkonzerne schon seit einiger Zeit an Systemen, die sie bei der Überwachung der Container unterstützen. WCMS versucht hier ganz neue Wege zu gehen und baut auf drahtlose Sensornetzwerke, die sich aus vielen kleinen und preiswerten Netzwerkelementen zusammensetzen. Eine der großen Herausforderungen ist dabei die Energiezufuhr. "Es geht um die Minimierung des Energiebedarfs", beschreibt Gregor Novak, CEO der am Konsortium beteiligten Firma Bluetechnix (www.bluetechnix.at) den Fokus des Forschungsvorhabens.
Bis jetzt arbeitet Projektpartner Rail Cargo Austria (www.railcargo.at) noch mit Batterien, die maximal vier Jahre halten. Für Dietmar Schratt, Projektverantwortlicher bei dem ÖBB-Unternehmen, das im Jahr pro Einwohner immerhin 11 Tonnen Güter bewegt, geht es vor allem darum, die Lebensdauer der Akkus zu verlängern und damit die Kosten zu reduzieren.
In zwei bis drei Jahren, so hofft Schratt, werde es dann einen Demonstrator geben, der erste Tests unter Realbedingungen erlaube. Verlaufen diese erfolgreich, geht es im nächsten Schritt darum, das eigene System als Standard zu etablieren. "Insellösungen werden in diesem globalen Markt nämlich keine Erfolgschancen besitzen", ist sich Schratt sicher.
Semantische Technologien revolutionieren Navigationssysteme
Das Semantic Web dient eigentlich dazu, die Kommunikation zwischen Maschinen zu verbessern. Aber natürlich lässt sich mit Hilfe semantischer Technologien auch das Miteinander von Maschine und Mensch vereinfachen. Dieses Ziel verfolgt das Projekt SemWay (Semantics for Navigation Systems), das aus dem dritten Call der Programmlinie Semantic Systems als Sieger hervorgegangen ist.
Erforscht werden im Rahmen dieses Projektes Methoden, Modelle und Prototypen für semantische Navigationssysteme. Unsere heutigen Navigationssysteme bauen auf mathematischen Modellen auf, erklärt Karl Rehrl, Projektverantwortlicher bei Salzburg Research (www.salzburgresearch.at). "Erkenntnisse aus der Psychologie werden jedoch nicht berücksichtigt", was dazu führt, dass sich die Wegbeschreibung eines Navigationssystems stark von unserer Art unterscheidet, einen Weg zu beschreiben. "Wir Menschen berücksichtigen markante Punkte, Maschinen aber nicht", erläutert Rehrl die Unterschiede. In urbanen Strukturen funktionieren herkömmliche Systeme sehr gut. Schwierig werde es aber, so Rehrl, wenn man sich in Gegenden ohne Orientierungspunkte bewege. Hier gibt es keine Straße, in die man nach 50 Metern links einbiegt.
Für Skitouren beispielsweise könnte so ein System eine wertvolle Hilfe sein, was auch erklärt, warum die Atomic Austria GmbH zum Projektkonsortium gehört. "In Zukunft werden Skitourengeher mit dem Knopf im Ohr statt der Karte auf dem Handy den richtigen Weg finden", ist Rehrl überzeugt.
In der Programmlinie Systems on Chip setzte sich das Projekt BEYOND (Beyond Serial CMOS Links) unter zehn Einreichungen durch. Das Konsortium, bestehend aus Infineon (www.infineon.com/at) , TU Graz (www.tugraz.at) und dem Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen (http://www.eas.iis.fraunhofer.de/) entwickelt eine Technologieplattform für neue serielle Datenbus-Systeme, die mit sehr hohen Geschwindigkeiten bei kurzen Reichweiten arbeiten. Diese werden die herkömmlichen Parallelschnittstellen ablösen und für eine erhöhte Datensicherheit sorgen.
Den ersten Call in der Programmlinie Visual Computing konnte das Projekt Gameworld gewinnen, das sich der Erforschung neuer Methoden für die computergrafische Generierung von Umgebungen widmet. Bei der Entwicklung von Computerspielen gehört die Erstellung dreidimensionaler Modelle zu den zeitaufwendigsten und teuersten Aufgaben. An dem Projekt arbeiten das Wiener Entwicklungsstudio Sproing (www.sproing.com), das Institut für Computergrafik und Algorithmen der TU Wien (http://www.cg.tuwien.ac.at/) und die Arizona State University (www.asu.edu) zusammen.
Um das Thema Sicherheit ging es in der ebenfalls zum ersten Mal ausgeschriebenen Programmlinie Trust in IT-Systems. Das Siegerprojekt Minesweeper (Malicious Code Analysis and Detection) beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Methoden zur Beschreibung von Schadsoftware, um diese leichter identifizieren zu können. Das Konsortium Secure Business Austria (www.securityresearch.at) , TU Wien (www.tuwien.ac.at) und Ikarus Software (www.ikarus.at) konnte sich unter neun eingereichten Projektanträgen in dem Bereich durchsetzen, der mit insgesamt 1,1 Mio. Euro am niedrigsten dotiert war.





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Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außen- handelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Seit 1993 arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für die Tagespresse sowie Fach- und Wirtschaftsmedien. Sein Schwerpunkt sind IT-Themen. 
