Der Entschluss fiel nach der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2002, die auch den Regierungssitz, das an der Traisen gelegene Landhaus in St. Pölten, betroffen hat. Es wurde geplant, für die mehr als 5.000 User in einem drei Kilometer entfernten Gebäude ein Parallelrechenzentrum einzurichten. Im Zuge der Ausschreibungsbeantwortung wandte sich der von der Niederösterreichischen Landesregierung (NöL) beauftragte Partner S&T Austria an den IT-Dienstleister ITdesign, um an der Umsetzung der kompletten Novell Infrastruktur mitzuwirken.
Auf Empfehlung des beteiligten Partners und Storagespezialisten EMC entschied sich die NöL für den Aufbau von zwei Clustern pro Standort. Diese Lösung hat den Vorteil, dass bei eventuellen Ausfällen der Wiederanlauf schneller funktioniert und der laufende Betrieb durch die große Distanz bei Signallaufzeiten nicht beeinträchtigt wird.
Nach Abnahme des von ITdesign erstellten Pflichtenhefts wurden sämtliche Ausfallstests der Novell NetWare Cluster mit den Clusterservices im Testlabor durchgespielt. Dieser Cluster dient als zentraler Datei-, Druck- und Client Management Server. In der einmonatigen Testphase nützten die Mitarbeiter der NöL aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den Spezialisten von ITdesign die Möglichkeit Know-how aufzubauen.
"Eine der Herausforderungen war die Datenübernahme durch die Migration von Einzelservern auf Cluster", so das Statement von Alexander Miserka, Leiter Planung und Integration der Landesamtsdirektion Informationstechnologie. "Ohne in die bestehende Landschaft einzugreifen, wurden Drucker und Files in die neue Landschaft eingebunden."
Parallel zur Datenübernahme wurde die verteilte WEB Infrastruktur Novell exteNd Director Portal 4.1 und Novell iChain 2.3 für die Intranet als auch Internet Anwendungen von den ITdesign Spezialisten aufgebaut.
Nach Unterstützung des EDV Teams der NöL durch ITdesign bei der Pilotphase der Datenübernahme konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Derzeit werden die Bezirkshauptmannschaften in das neue EDV System eingebunden.
"Mit der gemeinsam geschaffenen Lösung haben wir nun zwei voll produktive Standorte zur Verfügung, an denen die Daten gespiegelt werden. Im Problemfall können wir innerhalb kurzer Zeit von einem Standort auf den anderen umschalten. Es wurden bei diesem wichtigen Projekt alle Anforderungen zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt", meinte abschließend Alexander Miserka zu dem erfolgreichen Projekt.
"Den Ernstfall einplanen"
Fällt das Primärrechenzentrum aus, muss das Ausfallrechenzentrum möglichst ohne Funktionseinschränkung einspringen. Technisch ist diese komplexe Herausforderung gelöst - aber organisatorisch?
IT-Dienstleister ITdesign hat als Spezialist für vernetzte Infrastrukturen bereits mehrere Parallelrechenzentren erfolgreich konzipiert und installiert. Neben der Technik kommt dabei organisatorischen Prozessen ein hoher Stellenwert zu. "Unternehmen müssen nicht nur mögliche Bedrohungen feststellen und darauf mit technischen Lösungen reagieren, sondern auch organisatorisch vorsorgen", erläutert ITdesign Geschäftsführer Michael Botek. Ein Parallelrechenzentrum erhöht die Komplexität vorhandener IT-Infrastrukturen und vermehrt den Wartungs- und Organisationsaufwand.
"Mindestens einmal im Jahr sowie nach Updates und Systemänderungen sollte ein Test vorgenommen werden, damit die Funktionalität des Parallelrechenzentrums für den Ernstfall sichergestellt ist", so Botek. Schon bei der Planung sollten mögliche Bedrohungsszenarien entwickelt und im Zuge der Implementation ausgestestet werden. "Die Festlegung von ITIL-konformen Prozessen sorgt außerdem dafür, dass für den Ernstfall definierte organisatorische Verfahrensweisen vorliegen, damit die IT ihre Services nahtlos weiter anbieten kann."





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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 
