Dass die Telekom-Marktkonsolidierung nicht mehr weit war, haben bereits die Spatzen von den Dächern gepfiffen. Trotzdem ging dann alles irgendwie ziemlich plötzlich vor sich: Anfang August begann die von beiden Unternehmen sorgsam gehütete Meldung zu kursieren, dass T-Mobile 1,3 Milliarden Euro für den Konkurrenten auf den Tisch zu legen gewillt ist. Und knapp zehn Tage später folgte dann der Zuschlag und die Vollzugsmeldung, dass ein neuer österreichischer Mobilfunker mit etwa drei Millionen Kunden entstanden ist.
Wohlgemerkt: 1,3 Milliarden Euro, das sind 17,8 Milliarden alte Schilling oder knapp 1400 Euro für jeden der 900.000 tele.ring-Handykunden. Lohnt sich das denn?
Es kann sich nur lohnen, wenn T-Mobile auf der Kostenseite reinen Tisch macht: Die Teile des tele.ring-Netzes, die nach der Fusion nicht mehr gebraucht werden, werden verklopft. Die satten Verlustvorträge von tele.ring werden kunstvoll in die T-Mobile-Bilanz 2006 eingearbeitet. Und die "Synergieeffekte" werden gnadenlos ausgenutzt, sprich: höchstwahrscheinlich etwa 300 von 2200 Leuten müssen nächstes Jahr den fusionierten Konzern verlassen. Auf diese Weise lässt sich der Kaufpreis zu fast einem Drittel wieder hereinbringen, lautet die Rechnung.
So ist der Lauf der Wirtschaftswelt. Noch-tele.ring-Chef Michael Krammer, der an dem Deal beileibe nicht schlecht verdient, ließ Mitte August in ganzseitigen Annoncen weinende Speckmännchen in den Tageszeitungen inserieren. Eine nette Geste, aber sehr glaubwürdig ist sie nicht.
Jetzt haben wir also nur mehr vier echte Mobilfunkanbieter. Doch die "Geiz-ist-geil-Mentalität" macht auch vor dieser Branche nicht halt: Die Handy-Diskonter á la Yesss! sind im Vormarsch und werden auch weiterhin Preisdruck bringen.
Preisdruck in die andere Richtung bringt nächstes Jahr voraussichtlich aber auch die niederösterreichische Handymasten-Steuer. Man wird sehen, zu welchen Gunsten das Preispendel am Ende ausschlägt. Also bleibt es weiter spannend.



5/2010
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bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 
