Ehrlich gesagt sollte es nicht passieren, dass man auf E-Mails mit dem Betreff "FwD: Glueckwunsch: Ihr WM-Ticket" oder "FwD: Ich bin's, was zum lachen" hereinfällt, die mit einer mysteriösen ZIP-Datei garniert sind. Offenbar wog doch bei einigen Unglücklichen die Neugier mehr als die eigentlich selbstverständliche Vorsicht vor solchen Zusendungen: DENN SIE ENTHALTEN MIT AN SICHERHEIT GRENZENDER WAHRSCHEINLICHKEIT COMPUTERVIREN!
Aus dem ZIP befreit, schraubt sich Sober.P in die Windows-Registry und entfaltet seine SMTP-Engine, was nichts anderes bedeutet, als dass er selbsttätig E-Mails aus dem Adressverzeichnis des befallenen Computers zu versenden beginnt. Erreicht dies eine bestimmte kritische Größe, können ganze Netzwerke lahm gelegt werden. Im konkreten Fall wurde das deutsche Organisationskomitee für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 durch Hunderttausende verseuchte E-Mails gleich über mehrere Tage handlungsunfähig gemacht.
Einer Tageszeitung war kürzlich zu entnehmen, dass nur jeder dritte (!) PC-Benutzer einen Virenschutz installiert hat. Wie unverantwortlich dies ist, braucht an dieser Stelle ja wohl nicht erwähnt werden, zumal es leistungsstarke Antivirusprogramme wie AntiVir oder McAfee Virusscan gratis zum Downloaden gibt. Die meisten Programme bieten auch eine automatische Aktualisierung der Virus-Datenbanken an, jenes vom russischen Security-Spezialisten Kaspersky Labs sogar stündlich.
Solange es Spaßvögel im Internet gibt, die mit ihrer Zeit offenbar nichts besseres anzufangen wissen, als heimtückische Virusprogramme zu entwerfen, gilt weiterhin allerhöchste Vorsicht. Gerade bei Unternehmen, die sich bisher nicht sehr viel um Security gekümmert haben: Versuchen Sie sich gerade in einem Produktionsbetrieb oder einer anderen zeitkritischen Herstellungs- oder Dienstleistungskette vorzustellen, was ein Netzwerkstillstand bedeuten würde. Da ist die eine oder andere Investition für Sicherheitssoftware wohl gut angelegt, oder etwa nicht?



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Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 
