Mit der Katastrophenbeihilfe unterstützt das Land Niederösterreich seine Bürgerinnen und Bürger bei der Behebung von außergewöhnlichen Schäden. In großem Umfang war dies in der Folge des Hochwassers im Jahr 2002 erforderlich. Um auf solche und ähnliche Situationen zukünftig noch besser vorbereitet zu sein, hat das Land Niederösterreich seine Katastrophenbeihilfe neu geordnet.
Im Zuge dessen wurden gemeinsam mit der ARGE Unisys TechTalk die Verwaltungsabläufe im Bereich der Katastrophenbeihilfe vollkommen überarbeitet. "Das Ergebnis ist eine moderne E-Government Applikation mit messbarem Nutzen für Niederösterreichs BürgerInnen", meint der zuständige Landesrat Josef Plank.
Rasche Hilfe durch moderne E-Government Lösung
Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich entwickelte die ARGE Unisys TechTalk auf Basis von Microsoft .NET eine E-Government Lösung, die eine durchgehend elektronische Abwicklung bietet und das Verfahren damit wesentlich beschleunigt.
Die Fachapplikation bildet den gesamten Prozess des Antrags ab: von der elektronischen Einbringung über die Kopplung mit dem elektronischen Aktenverwaltungssystem des Landes bis zur direkten Auszahlung der Beihilfe an den Geschädigten und der Abrechnung mit anderen Förderstellen des Bundes. Dadurch erhalten die Gemeinden rasche Auswertungsmöglichkeiten über entstandene Schäden. So können sie gezielt und schnell Hilfs- und Servicemaßnahmen planen und umsetzen.
Elektronische Abwicklung beschleunigt das Verfahren
Ein Antrag wird künftig direkt bei der betroffenen Gemeinde elektronisch erfasst und mit allen erforderlichen Unterlagen an die Landesverwaltung weitergeleitet. Die bislang üblichen Anträge in Papierform werden damit abgelöst. Die neue Richtlinie für Katastrophenbeihilfe bringt aber noch einen weiteren Vorteil für betroffene Bürger: bestimmte Schadensfälle werden künftig pauschaliert bewertet und die Verfahren damit wesentlich verkürzt.
Früher musste jeder einzelne Schadensfall durch einen Sachverständigen vor Ort evaluiert werden; bei Ereignissen mit einer großen Zahl an Geschädigten bedeutete dies einen hohen Bearbeitungsaufwand und womöglich lange Wartezeiten für die Betroffenen. Mag. Martin Wancata, Leiter der Abteilung Landwirtschaftsförderung und Verantwortlicher für das Projekt Katastrophenbeihilfe beim Land Niederösterreich, verweist auf die Vorteile für die NiederöstereicherInnen: "Durch die neuen Abläufe können wir nicht nur das Service für von Katastrophenschäden betroffene Bürgerinnen und Bürger durch die Reduktion der erforderlichen Wege und die Beschleunigung der Auszahlungen wesentlich erhöhen. Es lassen sich im Katastrophenfall auch viel einfacher zusätzliche Helfer in den Abwicklungsprozess integrieren. Damit bringen wir die finanzielle Hilfe noch rascher direkt zu den Geschädigten."





11-12/2009
10a/2009
10/2009



Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 
