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Microsoft setzt auf E-Government
Vor allem Werbe- und Marketingmaßnahmen sind derzeit nötig, wenn sich eGovernment durchsetzen soll. Das ist die Botschaft von Douglas Holmes, dem eGovernment-Experten der Firma Microsoft, die er vor einigen Wochen auf einer Veranstaltung in Wien verkündet hat. Zum gleichen Zeitpunkt hat das Unternehmen aber auch ein Whitepaper zum Thema eGovernment herausgebracht, in dem nicht nur die Zukunft von eGovernment beschrieben wird, sondern auch die dazugehörige Strategie des Softwarekonzerns.

Christian Henner-Fehr

Für Douglas Holmes ist klar: Wenn es um Angebote geht, die einem das Ummelden des Führerscheins oder die Anmeldung einer Jagdlizenz via Internet erlauben, dann steckt zwar dieselbe Technologie dahinter. Möchte der Staat diese Serviceangebote aber bewerben, muss er sehr zielgruppengenau vorgehen. Die Technik interessiert dabei nur am Rande. Vordringlich ist es, die Nutzer von den praktischen Vorteilen zu überzeugen. Vorbei sind die Zeiten, in denen es für öffentliche Verwaltungen darum ging, möglichst alle Dienstleistungen auch in einer Online-Variante als eGovernment anzubieten. Die Firma Microsoft hat nun in einem Whitepaper die eigene Strategie in Sachen eGovernment beschrieben. Mit dem eGovernment .NET Framework wurde eine Initiative ins Leben gerufen, die die Entwicklung vor allem in technischer Hinsicht vorantreiben will.

Die Informations- und Kommunikationstechnologien haben in der Wirtschaft zu enormen Fortschritten bei Produktivität, Dynamik und Service geführt. Durch eGovernment bietet sich nun auch der öffentlichen Hand die Chance, besser, schneller und damit dienstleistungsorientierter zu werden. Microsoft möchte Regierungen und Verwaltungen dabei unterstützen, den technologischen Fortschritt so zu nutzen, damit diese ihre Aufgaben effizienter organisieren und sowohl den Bürgern als auch der Wirtschaft neue Dienstleistungen und Informationsangebote zur Verfügung stellen können.

Staaten und ihre Verwaltungen stehen dabei nicht nur vor der Herausforderung, ihre Angebotspalette zu optimieren, sondern darüber hinaus die eigenen Strukturen rasch zu verändern, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Während in dieser Hinsicht Regierungen und Verwaltungen ihre Ziele selbst formulieren müssen, ist die IT-Branche gefordert, den Stellenwert und die Rolle der Informationssysteme in diesem Umwandlungsprozess herauszustreichen. Es gehe darum, eine "vernetzte Verwaltung" zu ermöglichen, so die Autoren des Whitepaper, und die Verantwortlichen bei der Implementierung neuer Prozessmodelle und Technologien zu unterstützen.

Vorreiter der Informationsgesellschaft

Der öffentliche Sektor als Vorreiter der Informationsgesellschaft, so sieht Microsoft die Rolle der digitalen Verwaltung. Hierbei möchte das Unternehmen den staatlichen Stellen unter die Arme greifen, damit diese nicht nur ihre Leistungen verbessern und auf der Infrastruktur-, Transaktions-, Informations- und Strategieebene einen Mehrwert schaffen, sondern darüber hinaus auch die Kosten so niedrig wie möglich halten können.

Zu diesem Zweck wurde das Microsoft Electronic Government Framework ins Leben gerufen. In der Initiative arbeiten Verwaltungen und IT-Unternehmen gemeinsam daran, die Einführung von eGovernment voranzutreiben. Der Schwerpunkt liegt dabei, so die Autoren, auf der Beseitigung von Hindernissen, die die integrierte Handhabung von Verwaltungsleistungen erschweren. Profitieren können sowohl die Bürger, denen Dienstleistungen schneller und bequemer verfügbar gemacht werden, als auch die Industrie, die dank Standardisierung bereitwilliger auf die Anforderungen der Verwaltung in Bezug auf Modernisierung und Interoperabilität reagiert. Und die Verwaltung kann durch mehr Effizienz und Effektivität Kosten einsparen.

Aufbauend auf der .NET Technologie bietet das Unternehmen Lösungen an, die die Interaktion zwischen Behörden und Bürgern, Behörden und Unternehmen sowie den öffentlichen Verwaltungen untereinander möglich machen. Die Grundlage dafür bilden Standards wie XML oder SOAP, die die Interoperabilität zwischen Fachanwendungen zulassen. Der integrierte Ansatz erlaubt die Entwicklung intelligenter Verwaltungsprozesse und wirkt der Gefahr entgegen, dass unterschiedliche Fachanwendungen auf unterschiedlichen Server-Plattformen in heterogenen Systemlandschaften entwickelt werden.

Das eGovernment .NET Framework ist modular aufgebaut und besteht aus fünf Komponenten. Die architektonische Basis bildet die IT-Infrastruktur, zu der etwa Serversysteme und Betriebssysteme gehören. Herzstück des Frameworks ist die eGovernment-Integrationsplattform, die für die Abwicklung von Geschäftsprozessen verantwortlich ist. Sie verknüpft Fachanwendungen auf der Anbieter- und Web Services auf der Anwenderseite. Darauf bauen die eGovernment-Basisdienste auf, bei denen es sich um spezifische, auf die Anforderungen der öffentlichen Verwaltung ausgerichteten Komponenten handelt.

Das Framework bietet aber auch integrierende Funktionen, wenn etwa Daten aus mehreren Fachanwendungen verarbeitet werden müssen. Gilt es, individuelle Anpassungen vorzunehmen und Web Services zu entwickeln, wird darüber hinaus eine Entwicklungsumgebung zur Verfügung gestellt. Mit diesem modularen System hat Microsoft ein komplexes System geschaffen, das auf die Anforderungen der öffentlichen Verwaltung hin ausgerichtet ist. So hofft das Softwareunternehmen für zukünftige eGovernment-Entwicklungen gerüstet zu sein und den Verwaltungen die entsprechenden Tools in die Hand geben zu können. Nur die Werbung für eGovernment, die bietet Microsoft nicht an.

http://www.microsoft.at

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