Heute ist ein PC nichts Anderes als ein "commodity", sprich: ein Gebrauchsgut geworden, den fast jedermann bedienen kann und dem höchstens dann noch technische Aufmerksamkeit zuteil wird, wenn er einmal abstürzt. Computer haben ihren Nimbus als Werkmittel der technisch-intellektuellen Elite verloren und sind Elektro-Güter wie andere auch geworden.
Dies sehr zum Leidwesen der Hersteller und Händler. Mit Hardware, stöhnt es allerorten aus den PC-Shops landauf, landab, lässt sich kein Reibach mehr machen. Vorbei die Zeiten, als der Autor dieser Zeilen vor dem Schaufenster der (längst verblichenen) Firma Escom in der Wiener Margarethenstrasse verweilte und - es war Mitte der Neunziger Jahre - den ersten in Wien zum Kauf angebotenen Pentium-Rechner zum originellen Preis von damals 55.555 Schillingen bewunderte. Heute bekommt man die zehnfache Leistung in einem PC-Gehäuse mit allem Schnickschnack und Zubehör um nicht einmal 1000 Euro. So schnell kann´s gehen.
Hardware richtet sich um vieles mehr als andere elektronische Güter nach den Weltmarktpreisen für Chips, Prozessoren usw., und diese Preise werden immer volatiler.
Kein Wunder, dass sich kein Erzeuger und Händler mehr sicher fühlt, weil er nicht mehr als ein paar Monate Preise und Einnahmen vorherplanen kann. So kommt es im Hardwarebusiness zu mitunter komischen Konstellationen: Das Wiener PC-Handelshaus Birg, das als kleiner Laden für preisgünstiges Computerzubehör begann und bald zum Geheimtipp für PC-Bastler wurde, wuchs im Computerhype der Neunziger auf einen Umsatz von mehr als 70 Millionen Euro (damals fast eine Milliarde Schilling), bevor es 2000 von der deutschen Vobis übernommen wurde.
Birg-Chef Manfred Birg verdiente sich eine goldene Nase und wälzte Börsepläne mit internationaler Expansion. Drei Jahre später meldete Vobis/Birg mit einer Überschuldung von 5,33 Millionen Euro Konkurs an. Jetzt will Manfred Birg die Reste seiner alten Firma samt Filialen wieder zurückkaufen - zum Schnäppchenpreis natürlich. So kann man im Hardwaregeschäft natürlich auch Reibach machen.



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Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 
