Dominik Troger
Geht es wirtschaftlich nicht mehr so gut, hat man auch wieder ein Auge auf die Kostenseite. Haben in den Boom-Jahren die globalen Top-Unternehmen vor allem in CRM und Umsatzwachstum investiert, so rückte bereits 2001 der Bereich Kosteneinsparung wieder in den Fokus. Denn während in guten Zeiten die Ausgaben langsamer als der Umsatz wachsen, müssen in schlechten Zeiten die Ausgaben schneller sinken, als der Umsatz.
Diesen Trend bestätigt auch eine Studie von Enterprise-Software-Anbieter Ariba, Inc. in Zusammenarbeit mit Vanson Bourne Research und der London Business School. Die Untersuchung bei 180 Einkaufsleitern großer europäischer Unternehmen zeigte: Seit die Kostenreduzierung zur Chefsache erklärt wurde, hat der Spar-Trend auf dem Beschaffungsmarkt voll durchgeschlagen.
Die Studie mit dem Titel "The Corporate Spend Agenda" stellt bei denjenigen befragten Unternehmen, die ihre Beschaffung vertraglich geregelt haben, ein durchschnittliches Kosteneinsparungspotenzial von 9,25% fest. Daneben werden 35% der Betriebsausgaben ‚vertragslos', also mit nicht vertraglich gebundenen Lieferanten getätigt. 65% der Befragten drückten das Bedürfnis aus, auch die Einkäufe bei vertraglich gebundenen Lieferanten effizienter zu gestalten.
"Die Untersuchung brachte ein hohes Bewusstsein gegenüber der Wichtigkeit von Spend Management zum Vorschein. Im gegenwärtigen wirtschaftlichen Klima sollte man das Sprichwort ‚ein gesparter Cent ist ein verdienter Cent' sehr ernst nehmen", erklärt Jamie Anderson, Programme Director, Centre for Management Development, bei der London Business School. "Betriebskostenanalyse und feste Beschaffungsstrategien scheinen aber immer noch eine graue Zone darzustellen."
Der "Kostenmanagement-Prozess"
Der Bericht definiert Kostenmanagement als einen Prozess mit folgenden drei Phasen:
- Analyse - Erfassung und Analyse laufender Beschaffungskosten und -volumen in allen Bereichen des Kostenmanagements.
- Sourcing - Sourcing von geeigneten Lieferanten und Vertragsverhandlungen auf einer das Gesamtbild erfassenden Grundlage, die über reine Preis- und Volumengestaltung hinausgeht.
- Einhaltung von Einkaufsrichtlinien - Sicherstellen, dass alle Mitarbeiter, Geschäftsführer und Einkäufer Waren und Dienstleistungen über ausgehandelte Verträge einkaufen.
"Beim Spend Management geht es um die Verwaltung einer der wichtigsten Resourcen, über die ein Unternehmen verfügt - nämlich das Geld, das es einnimmt", so auch Lisa Williams, Director bei der Yankee Group. "Ein geschlossener Kostenmanagementkreis ist daher - ebenso wie ein gutes Buchführungssystem - in einem Unternehmen ein "Muss". Mit Spend Management Software können Unternehmen ihre Ausgaben besser kontrollieren, indem sie auf Punkt und Komma genau feststellen, an welcher Stelle Gelder eingesetzt werden und indem sie Ressourcen wirksamer und effektiver kontrollieren."
Softwarelösung für Spend-Management
Hier setzt auch Ariba mit seiner Software-Lösung an. Das Unternehmen, dass zu den weltweit wichtigsten Softwareanbietern im Bereich elektronischem Beschaffungswesen (E-Procurement) zählt, hat seine Softwareplattform jetzt in Richtung eines unternehmensweiten Kostenmanagements erweitert.
"Bei den meisten großen Unternehmen fehlt es bereits am Überblick über ihre Gesamtausgaben, so dass eine strategische Planung unmöglich wird. Wenn aber die Beschaffung einen höheren Stellenwert in den Betrieben einnehmen soll, müssen sich die Unternehmen über Einzelpreise hinaus einen Überblick über den gesamten Ausgabenzyklus verschaffen", erläutert dazu Peter Bernard, Ariba Director Marketing Central Europa. "Wir glauben, dass bei Betrachtung des gesamten Kostenmanagement-Prozesses der Einkaufspreis nur knapp mehr als 10% der Total Cost of Ownership ausmacht."
Im Gegensatz zu anderen Lösungen, die nur einzelne Beschaffungsprozesse automatisieren, ist die Ariba Spend Management Suite eine umfassende, integrierte ESM-Lösung mit durchgehender Kontrolle und Transparenz im Ausgabenbereich. Diese ermöglicht es Unternehmen, Ausgabentrends besser zu identifizieren, den Überblick über die Ausgabenstruktur zu behalten, mit Lieferanten zu verhandeln und unternehmensweit die Einhaltung von Beschaffungsrichtlinien sicherzustellen, um umfassende und dauerhafte Kosteneinsparungen zu erzielen. Die Ariba Spend Management Suite besteht aus drei Lösungsbereichen, die sich im wesentlichen mit den obgenannten Kostenmanagement-Phasen decken.
Fokussiert werden von Ariba derzeit Unternehmen in der Größenordnung ab etwa einer Milliarde Euro Jahresumsatz. Branchen, in denen Ariba bereits jetzt stark vertreten ist, sind Finanzdienstleister, Pharma und Autohersteller. Zu Referenzkunden im europäischen Raum zählen beispielsweise BMW und der Pharmakonzern Aventis.




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Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 
