Das österreichische Unternehmen mobil-data hat daher einen ganz neuen Ansatz gewählt und stellt mit md-enterprise eine Plattform für Unternehmen zur Verfügung, die die Entwicklung mobiler Lösungen für die verschiedensten Anwendungen erlaubt.
Im Mittelpunkt des Portfolios steht die eigenentwickelte, mobile Kommunikationsplattform md-enterprise Suite, eine Middleware mit entsprechenden Tools für mobile Anwendungen. Als Kommunikationsprotokoll kommt hier md-heartbeat zum Einsatz: "Im Gegensatz zu Lösungen früherer Generationen, bei denen der Nutzer immer auf die funktionierende Verbindung angewiesen war, arbeitet unsere Lösung unbemerkt im Hintergrund und stellt eine Datenzustellung sowohl in Online- wie auch Offline-Szenarien sicher", erläutert Peter Lieber, technischer Geschäftsführer von mobil-data.
Das System setzt auf der Anwendungsebene des TCP/IP-Internet-Protokolls auf und ist skalierbar vom Einsatz bei reinen Datensammlern mit geringer Datenmenge bis hin zu hochkomplexen, verschachtelten Datenstrukturen. Auch die Menge der eingesetzten mobilen Endgeräte ist bis zu mehreren tausend ausweitbar.
Das Kommunikationsprotokoll ist ganz auf den jeweiligen Geschäftsprozess fokussiert, durch offene Schnittstellen ist die Technologie in bestehende System integrierbar. Wichtigster Vorteil: Es werden immer nur jene Daten synchronisiert, die geändert wurden. Damit werden die Datenmengen deutlich reduziert und die Performance des Systems entsprechend erhöht. Das Protokoll erlaubt auch die Priorisierung bestimmter Daten: So lassen sich die jeweils zu übermittelnden Daten ganz klar nach ihrer Wichtigkeit reihen.
Offen für alle Gerätetypen
Um die aufgezeigten Vorteile der Software optimal nutzen zu können, ist die Auswahl der passenden Hardware zentral. "Da es derzeit keinen erkennbaren Marktführer bei den mobilen Endgeräten gibt, passen wir unsere Lösungen ganz an die für den jeweiligen Einsatz am besten geeigneten Geräte an", umreißt Lieber den kundenorientierten Ansatz.
Ein mobiles Gerät wird als ein sehr persönliches Arbeitsmittel angesehen, an das man sich gewöhnt hat und das auch bei der Erweiterung seiner Funktionen immer "erkennbar" bleiben soll. Daher müssen Symbole, Eingabeverhalten, Aussehen und Bedienung optimal auf das jeweilige Gerät abgestimmt werden. "Das bedeutet für uns einen hohen Wartungsaufwand, da die jeweiligen Modelle und auch Programmierplattformen nicht zwingend kompatibel zueinander sind", erläutert Lieber die Herausforderungen.
Daher werden die mobilen Anwendungen aus dem "Baukastensystem" md-flex zusammengesetzt, das unabhängig von der Ebene der Businessprozesse läuft. Dieses Benutzer-Interaktions-Framework ermöglicht die Gestaltung von Anwendungen und Abläufen unter Berücksichtigung von gerätespezifischen Funktionen und Aussehen.
Ein auf Basis des Baukastens entwickeltes Produkt ist etwa die Zeit-/Leistungserfassung des Anbieters. Das Topprodukt im Portfolio des Mobilitätsspezialisten ist die md-planner Suite für die Einsatzplanung mobiler Mitarbeiter. Sie bildet die Verbindungsstelle zwischen den kundenbezogenen IT-Systemen des jeweiligen Unternehmens (ERP, CRM, E-Mail etc.) und seinen mobilen Nutzern.
Hohe Nachfrage
Ing. Thomas Gruber, Gesellschafter und kaufmännischer Geschäftsführer von mobil-data, zu aktuellen Mobility-Trends.
Wie schätzen Sie den österreichischen Markt für mobile Businesslösungen im Jahr 2010 ein?
Da es sich in diesem Markt um Investitionsgüter und Dienstleistungen handelt, wird die Entwicklung sehr stark vom Finanzmarkt abhängen. Die Nachfrage ist sehr hoch und es wird der Bedarf an Lösungen, die Einsparungen unterstützen, immer mehr steigen.
Wie ist für mobil-data das Jahr 2009 gelaufen, was erwartet Sie sich von 2010?
2009 war für uns ein sehr gutes Jahr! Wir haben durch den Einstieg der Investoren und die Produktentwicklung für mobilkom (A1 Zeiterfassung) die Weichen für ein dynamisches Wachstum gestellt und sind wieder im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Auf dieser Basis erwarten wir ein Wachstum von fast 30% für das Jahr 2010, vorausgesetzt die Banken ermöglichen unseren Kunden wieder Projektfinanzierungen.
Welche Produktneuheiten sind 2010 von mobil-data zu erwarten?
Wir wollen md-enterprise als Unternehmensplattform für verschiedene Businessapplikationen stärker bekannt machen. Im Consulting-Bereich werden wir Key Accounts unsere "professional consulting services" für die Analyse und Umsetzung von mobilen Projekten anbieten.
Bei unserem Top-Produkt md-planner kommt die Release 2.5 auf den Markt, die sowohl bei der Performance als auch bei der Usability deutliche Verbesserungen aufweisen wird. Das Produkt wird zudem auch als SaaS erhältlich sein.





5/2010
4/2010




Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 
