Beispiele wie die Besetzung der Wiener Uni oder eine Greenpeace-Initiative gegen den Nestlé-Konzern zeigen auf, wie diffizil der Umgang mit sogenannten „Social Media“ für die jeweiligen Kommunikationsverantwortlichen im Krisenfall ist. Das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (IFWK) hat das Thema aufgegriffen und führende Expertinnen und Experten zu einem Diskussionsabend in die Räumlichkeiten der zum Henkel-Konzern gehörenden Schwarzkopf Akademie in Wien eingeladen.
„Social Media sind Medien, die das menschliche Verlangen nach sozialer Interaktion unterstützen“, definierte der Präsident des Internationalen Forums für Wirtschaftkommunikation (IFWK), Rudolf J. Melzer, am Beginn der Veranstaltung. Mit dem Ziel, zu erläutern, was „man wissen sollte, um entscheiden zu können, wie man damit umgeht“, beleuchtete DDr. Julia Wippersberg von der Universität Wien in ihrem Vortrag sowohl positive als auch negative Beispiele in der Web 2.0 Kommunikation.
Während zum Beispiel Nestlé eine Kampagne von Greenpeace eher ungeschickt zu parieren versuchte, haben beim Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull und den damit verbundenen Problemen im europäischen Flugverkehr Airlines wie SAS oder Lufthansa, aber auch Eurocontrol Twitter und Facebook vorbildlich bzw. richtungsweisend genützt.
Social Media Plattformen bieten die Möglichkeit, in Dialog mit den Zielgruppen zu treten, „und dabei muss man auch riskieren, dass man Kritik erfährt – die gibt es aber wohl immer, und so weiß man wenigstens schnell davon und man kann entsprechend darauf reagieren“, so Wippersberg. Sie ist weiters davon überzeugt, dass Unternehmen zumindest beobachten sollten, was auf Social Media Plattformen über sie bzw. über relevante Themen kommuniziert wird – dieses Wissen sollte sich kein Unternehmen entgehen lassen, können so doch Trends und Krisen rechtzeitig erkannt werden.
Josef Barth, selbstständiger Strategiebrater in Sachen „Social Media“ und Web 2.0 Wahlkampfleiter von Bundespräsident Heinz Fischer ermunterte die Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medienlandschaft, die Scheu abzulegen, authentisch zu kommunizieren: „Facebook Twitter & Co ändern die Art, wie wir handeln.“
Offenen Prozessen sowie Gruppen, die ein gemeinsames Business-Ziel in Form von „Collaboration“ verfolgen, widmete der Chief IT Architect der Software AG, Universitätslektor Christoph Strnadl, seine Ausführungen.
An der darauf folgenden Diskussion beteiligten sich neben dem Hausherrn, dem Geschäftsführer von Schwarzkopf Professional, Gerhard Macher, der langjährige Geschäftsführer der Austria Presseagentur Wolfgang Vyslozil, der Chef der Software AG in Österreich, Walter Weihs, Dorotheum-Managerin Karin Stano sowie der langjährige Vorstand von Ford of Europe, Albert Lidauer.



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Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 
