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Veranstaltungsbericht
6. UBIT-Zukunftsforum – Die Zukunft des digitalen Netzwerkens
„Neue Medien, alte Netzwerke? Wie Neue Medien die Beratung der Zukunft beeinflussen“ – unter diesem Titel lud die Fachgruppe UBIT der Wirtschaftskammer Salzburg zu einer Podiumsdiskussion ins Solitär der Universität Mozarteum.

Der Moderator des 6. UBIT-Zukunftsforums, Dr. Franz Zeller, und die Referenten Dr. Gertraud Leimüller, DI Helmut Kothbauer und Dr. Stephan Witteler. (v.l.n.r.) (Bild: FG UBIT / Kolarik)

Rund 130 BesucherInnen folgten der Einladung und diskutierten mit Dr. Gertraud Leimüller (Leiterin winnovation, Wien), DI Helmut Kothbauer (Manager IBM Österreich) und Dr. Stephan Witteler (Partner Beiten Burkhardt Rechtsanwaltskanzlei, Frankfurt) über die Konsequenzen, die Facebook, Twitter und Co. auf IT- und Unternehmensberater mit sich bringen.

Das aktuelle Angebot an Neuen Medien und der Ansturm der User darauf wirken sich auf alle Bereiche des täglichen Lebens aus. Darüber waren sich Diskutanten und Besucher beim sechsten UBIT-Zukunftsforum einig. Dennoch gilt besonders bei den Kontakten im World Wide Web: Qualität vor Quantität. „Die Neuen Medien erleichtern die Kommunikation enorm. Doch die Fülle an Informationen stellt uns zunehmend vor die Herausforderung, wie wir nützliche von unwichtigen Informationen unterscheiden“, so DI Helmut Kothbauer, Manager von IBM Österreich. Er ruft zur Kultivierung der Kommunikationsmethoden und zum Diskurs mit für das Unternehmen relevanten Usern auf, um wichtige und notwendige Innovationen voranzutreiben.

Der IT- und Beratungsexperte Dr. Stephan Witteler stellt einen leichtfertigen und risikoreichen Umgang mit den neuen Technologien fest. Dr. Witteler ist international renommierter Rechtsanwalt mit dem Spezialgebiet Informationstechnologie. Als Partner in der Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Frankfurt beschäftigt er sich insbesondere mit IT-Outsourcing und bemängelt, dass noch kein international einheitlicher Rechtsrahmen für die Nutzung des Netzes geschaffen werden konnte: „Natürlich ist das Persönlichkeitsrecht auch für das Web 2.0 gewahrt. Wenn jedoch zum Beispiel in einem Forum der Ruf einer Person geschädigt wird, ist eine Klage oder Urteilsvollstreckung schwierig. Oft ist der Urheber unbekannt oder sitzt in einem anderen Land, und dort gelten wiederum andere Gesetze.“ Sein Rat: „Wer sich etwa bei einer Plattform wie XING oder facebook anmelden möchte, sollte sich im Vorhinein mit den AGBs befassen.“

Altbewährtes noch adäquat im Netz?

Das Web 2.0 bietet eine schier unüberschaubare Anzahl an Diensten und Werkzeugen, die Unternehmen und damit auch Unternehmensberater für sich nutzen können. Gerade im Bereich der Kommunikation erleichtern Social Media die Kontaktpflege und das Knüpfen neuer virtueller Verbindungen. Dr. Gertraud Leimüller, Leiterin von winnovation, ist überzeugt, dass das digitale Netzwerken die Gesellschaftsstrukturen bereits verändert hat und auch weiterhin Innovationspotenzial bietet:

„Communities gewinnen immer mehr an Macht. Sie werden die treibende Kraft der Innovation. Für Unternehmen bietet sich hier die Möglichkeit, zielgerichtet mit den Leuten zu interagieren, die man erreichen möchte.“ Um sich gegen den Informationsschrott zu schützen, der täglich auf Internetnutzer und E-Mail-Konten einbricht, mahnt die Expertin zur Selbstdisziplin: „Eine der größten Herausforderungen der Social Media ist die bewusste Web-Hygiene.“

In einem waren sich Diskutanten und Gäste einig: Das virtuelle Netzwerken wird die persönliche Interaktion besonders in der (Unternehmens-) Beratung nicht vollständig ersetzen.

Dr. Wolfgang Reiger, Sprecher der Unternehmensberater in der Fachgruppe, über das diesjährige Zukunftsforum:„Social Media erlebte im Jahr 2009 einen exorbitanten Boom. Dennoch können echte Innovationssprünge nur gelingen, wenn nicht jeder seine eigene Suppe kocht.“

Mitveranstalter des UBIT-Zukunftsforums ist die Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen. Das UBIT-Zukunftsforum greift aktuelle Themen aus Arbeit und Wirtschaft auf, um diese aktiv mit zu gestalten.

www.ubit.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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