Das alljährlich von IBM und der Economist Intelligence Unit erstellte E-Readiness-Ranking gibt aus der Bewertung von sechs Einzelkategorien Aufschluss darüber, wie gut Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) eines Landes zum Wohle von Wirtschaft und Gesellschaft genutzt werden. Die DACH-Region liegt unter 70 Ländern im Bereich der E-Readiness im erweiterten Spitzenfeld, vorne sind derzeit die USA. Während Österreich heuer erstmals unter die ersten 10 gekommen ist, hält sich Schweden als europäischer Spitzenreiter schon länger am dritten Platz. Carsten Grönblad, schwedischer Handelsdelegierter in Wien im MONITOR-Interview: „Wir sind stolz auf diese führende Position unseres Landes in Europa. Da Österreich von der Bevölkerungsgröße mit Schweden vergleichbar ist, ist es auch ein sehr interessanter Markt für schwedische IT-Anbieter!“ Der Eintritt in einen kleineren Markt sei für Anbieter wesentlich einfacher als in große Märkte wie Deutschland oder Großbritannien. „Österreich und insbesondere Wien ist darüber hinaus als Drehscheibe zu Süd- und Ost-Europa ein idealer Ausgangspunkt.“ Komme man mit einem österreichischen Unternehmen in wirtschaftlichen Kontakt, so sei die Wahrscheinlichkeit sehr groß, von diesem auch als Partner in benachbarte Ländern mitgenommen zu werden. Natürlich spüre man auch in Schweden die derzeitigen weltwirtschaftlichen Probleme: „Aber gerade bei den mittelgroßen Unternehmen sehen wir nicht so viele Veränderungen zum Vorjahr. Während Großunternehmen oft mit Restrukturierungen beschäftigt sind, nutzen KMUs die Chance, jetzt leichter Marktanteile gewinnen zu können“, so Grönblad. (Fortsetzung folgt morgen)
IT-Unternehmen aus Schweden
StreamServe: Spezialist für Outputmanagement
Vor 13 Jahren wurde in Stockholm StreamServe, Spezialist für Outputmanagement, gegründet. Heute hat das Unternehmen, das weltweit Niederlassungen unterhält, seinen Hauptsitz in den USA. Die Wurzeln der Firma liegen jedoch nach wie vor in Schweden.
IDS (Intelligent Document Systems) hieß die Firma, die sechs Freunde 1995 gegründet haben. Die jungen Männer arbeiteten in unterschiedlichen IT-Unternehmen und verfolgten gemeinsam eine Idee. Sie wollten eine intelligente Standard-Softwarelösung auf den Markt bringen, mit der Unternehmen ihre Dokumente aus nahezu allen Formaten einheitlich erstellen (compose), aufbereiten (manage) und verteilen (deliver) können. Gemeinsam entwickelten die Jungunternehmer das Produkt DocuServe.
Aus IDS wurde StreamServe, ein internationales Unternehmen: Bereits ein Jahr nach der Gründung exportierte StreamServe seine Software und eröffnete im Jahr 1998 die ersten Filialen in Belgien, Frankreich und in den Vereinigten Staaten. Neben dem Hauptsitz, der sich mittlerweile in Burlington (USA) befindet, ist der Spezialist für Outputmanagement heute in 14 weiteren Ländern wie Dänemark, Finnland, Deutschland oder England vertreten.
Kunden können mit Hilfe der Lösung Dokumente wie Lieferscheine oder Rechnungen trotz Massenversand individuell auf einzelne Personen oder Personengruppen zuschneiden. Sie können Dokumente automatisiert über alle Kanäle wie zum Beispiel Web, Email, Brief, SMS versenden oder schlicht Aufwand und Kosten sparen, in dem sie den Prozess der Dokumentenerstellung und des Versandes optimieren.
Doch bei aller Internationalisierung: Das Herz des Unternehmens schlägt weiterhin in Schweden. Dort sitzen die Entwickler des Research & Development Center, die die technologischen Innnovationen des Unternehmens entwerfen. Und auch die Werte, die das Unternehmen ausmachen, werden nach wie vor dort formuliert, wo vor 13 Jahren sechs Gründer ihre Idee verwirklichten.
Übrigens: Das unabhängige Marktforschungsunternehmen Forrester Research stuft StreamServe in seinem Bericht „Document Output for Customer Communications Management (DOCCM), Q2 2009“ vom Juni 2009 in allen Kategorien als „Strong Performer“ ein. Forrester definiert DOCCM als Software, die genutzt wird, um Inhalte zu erstellen, zu formatieren, zu personalisieren und zu verteilen, um die physische und elektronische Kommunikation mit dem Kunden zu unterstützen und zu verbessern. Insbesondere geht es dabei um Geschäftsbedingungen, Verträge, Briefwechsel, Mitteilungen, personalisierte Marketingmaterialien und Begrüßungspakete. Der DOCCM-Markt wurde unterteilt in die Kategorien „strukturiert“, „interaktiv“ und „on-demand“.
Reisetipp: Segeln Extrem
Der Ostseearchipel Aland erstreckt sich mit seinen rund 6.500 Inseln zwischen Finnland und Schweden. Die rund 27.000 Bewohner sprechen Schwedisch, außenpolitisch wird Aland von Finnland verwaltet. Der schnellste Weg auf die autonome Inselgruppe führt über Stockholm oder Helsinki. Von hier aus fliegt Air Aland den Inselflugplatz Mariehamn an. Über den Seeweg erschließen zahlreiche Fährverbindungen die Schärenwelt: Ein dichtes Routennetz der Reedereien Viking Line, Eckerö Linjen, Birka Line und Tallink Silja verbindet Aland mit dem schwedischen und finnischen Festland.




11-12/2009
10a/2009
10/2009



Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 
