Da die Lead 125 leider kurz vor Testbeginn beschädigt wurde, startete unser Test gleich mit einer hubraumstarken Variante: der SH300i. Der mit 20 kW sehr kräftige Motor ermöglicht natürlich einen flotten Start an jeder Ampel, auch überland ist man damit gut unterwegs. Ansonsten besitzt der hubraumstarke Viertakt-Cityflitzer alle Eigenschaften der ebenfalls getesteten SH125i (meistverkaufter Roller in Europa), wie z.B. 16-Zoll-Räder für einfaches Handling, breiten Durchstieg und elegantes Design mit schlanken Proportionen.
Im Vergleich insbesonders mit der PS 125i reagiert die Vollautomatik hier sofort mit kraftvoller Beschleunigung und großer Dynamik, die manchen Autofahrer in Erstaunen versetzte. Dank neuer „Floating Link Unit“-Schwinge ist für bestes Handling gesorgt, ebenso für gleichzeitig erhöhte Stabilität bei hoher Geschwindigkeit. Sicheres Bremsen ist dank Kombibremse gewährleistet, optional gibt es ABS. Als Standard ist ein Topcase montiert, das auch einen Integralhelm aufnimmt.
SH125i
Schon vor 25 Jahren wurde die SH-Baureihe von Honda am Markt eingeführt. Ein Kriterium, das auch mir gleich aufgefallen ist und dass den SH von etlichen klassischen Rollern unterscheidet: Die großen Räder im 16 Zoll-Format rollen auch auf Straßen zweiter oder dritter Ordnung besonders sicher und komfortabel ab. 2005 ließ man eine überarbeitete Version, den SH125i folgen, der mit einer fortschrittlichen PGM-FI Kraftstoffeinspritzung und geregeltem Katalysator versehen war.
2009 brachte nun eine behutsam modellgepflegte Version mit frischer Optik, überarbeiteter Technik (Scheibenbremse im Hinterrad) sowie neuen Farben. Für Vortrieb sorgt ein kompakter Viertaktmotor mit 10,1 kW, der fast so schnell wie sein größerer Bruder auf Befehle des Gashebels reagiert. Die Getriebeautomatik ist obligatorisch, die Kraftübertragung zum Hinterrad erfolgt mittels wartungsfreiem V-Matic-Riemen. Die elektronische Kraftstoffeinspritzung bewirkt niedrigen Benzinverbrauch und geschmeidige Motorcharakteristik. Die elektronische Zündung optimiert die Verbrennungsabläufe unter allen Bedingungen, im Fahrbetrieb wie beim Kaltstart. Der unter der Frontverkleidung platzierte Wasserkühler stellt sicher, dass dem Motor im Stadtgetümmel auch an heißen Sommertagen nicht zu warm ums Herz wird.
Der Scooter verfügt über eine fortschrittliche Combined-Bremsanlage. Damit werden bei Betätigung des linken Bremshebels immer beide Räder gleichzeitig verzögert. Die Sitzhöhe fällt einen Zentimeter tiefer aus als beim Vorgängermodell, um die Manövrierbarkeit für kleine Personen bei langsamerem Tempo im Stadtverkehr weiter zu verbessern. Die um zwei Zentimeter vergrößerte Beinfreiheit stellt gleichzeitig sicher, dass wiederum auch langbeinige Fahrer und Fahrerinnen geräumige Platzverhältnisse und damit ausreichend Sitzkomfort vorfinden.
PS125i
Der Umstieg von den beiden mit größeren Reifen ausgestatten Scootern auf die kleinen 13-Zoll-Räder des PS125i (10 kW) fiel mir nicht leicht. Irgendwie fühlte ich mich damit nicht so sicher, vor allem in den Kurven. Noch dazu führte die Betätigung des Gashebels bei diesem Modell erst mit merkbarer Verzögerung zu einer Reaktion des Motors. Und auch die Bremsen (ungewöhnlich: gerade an diesem Modell gibt es unter dem linken Bremshebel eine Feststellbremse!) stellten mich nicht ganz zufrieden. Das Viertakt-Einzylinder-Triebwerk mitsamt Antriebsautomatik ist ansonsten identisch mit dem des SH125i. Der Motorroller bietet Stauraum-Möglichkeiten unter der Sitzbank (sogar für zwei Helme), das Topcase ist serienmäßig.





11-12/2009
10a/2009
10/2009



Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 
