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Strategien
Interview mit Andreas Muther, SAP Österreich
Neu-Definition
Seit Anfang des Jahres lenkt Andreas Muther als Geschäftsführer die Geschicke von SAP Österreich. Er ist darum bemüht, die Vielfalt der Produkte und Lösungen des Anbieters stärker bekannt zu machen.

SAP-Österreich- Geschäftsführer Andreas Muther sucht mit „SAP persönlich“ mehr Nähe zu den Kunden.

"Wann immer mir jemand sagt, dass wir bei unseren Kunden bereits mit einer gewissen Marktsättigung rechnen müssten, kontere ich gerne mit unserer inzwischen außerordentlich breiten Produktpalette, die wir gemeinsam mit Partnern laufend ausbauen", ist Muther um eine Imagekorrektur des ERP-Herstellers bemüht. Man verfüge heute über ein Angebot von einigen hundert Produkten, die am Markt ein erhebliches Potential bieten.

Es sei ja bekannt, dass man bei Großkunden mit der klassischen ERP-Lösung bereits bestens vertreten sei. Aber es gäbe eben sowohl im Mittelstand (All-in-one; business by besign) noch viele Möglichkeiten im ERP-Geschäft als bei den Großkunden mit ganz neuen Lösungen. "Das viel diskutierte business by design wird derzeit noch in sechs Ländern bei etwa 80 Kunden getestet und evaluiert. Wir hoffen, dass es bald auch in Österreich verfügbar sein wird, da wir hier noch ein breites Betätigungsfeld sehen."

Mit der All-in-one-Lösung habe man bereits viele Neukunden gewinnen können: "Während sich das Kaufverhalten durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen natürlich deutlich geändert hat, sehen wir im Mittelstand weiter eine gute Investitionsbereitschaft", analysiert der SAP-Chef. Großunternehmen seien mehr mit Umstrukturierungen und Neuausrichtungen beschäftigt, der Mittelstand dagegen wolle offenbar die Auftragsflaute zur Erhöhung der eigenen Flexibilität und Leistungsfähigkeit nutzen.

Mehr Zeit für die Kunden

Kürzlich vorgestellt: Die Datenanalyse-Software SAP BusinessObjects Explorer soll auch Anwendern ohne Vorkenntnisse im Bereich Datenanalyse schnellen und intuitiven Zugang zu Informationen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen ermöglichen.

"Wir haben uns auch auf die neue Situation eingestellt und hier in Österreich die Initiative ‚SAP persönlich' gestartet. Hier bieten wir unseren Kunden und Interessenten an, sie verstärkt mit Rat und Tat zu unterstützen, um Modelle zu erarbeiten, wie sie aus der Krise gestärkt hervorgehen können", ist Muther stolz auf diesen Schritt hin zum Kunden.

Man werde im Unternehmen aufgrund dieser Initiative sehr interessiert beobachtet und schon denken auch andere Länderorganisationen darüber nach, dies nachzuahmen. Man wolle so den Kunden signalisieren, dass sie auch in schwierigen Phasen mit Unterstützung rechnen können. "Wir bekommen im persönlichen Gespräch und über die eigens eingerichtet Homepage wichtige Rückmeldungen aus dem Markt, die auch uns helfen, uns auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten", setzt der Geschäftsführer auf andauerndes Lernen.

Breites Angebot

In den Gesprächen gelte es auch, die breite Palette an neuen Produkten stärker zu präsentieren. "In unserer strategischen Ausrichtung wollen wir mit Partnern vermehrt Lösungen für die Datenanalyse (Business Intelligence), sowie in den Bereichen Nachhaltigkeit und Mobilität entwickeln und vertreiben." Durch die Übernahme von Business Objects habe man im BI-Bereich einen großen Schritt nach vorne getan. So wurde etwa im Rahmen der Kundenkonferenz Sapphire 2009 in Florida kürzlich eine neuartige Datenanalyse-Software namens SAP BusinessObjects Explorer vorgestellt. Die Lösung soll auch Anwendern ohne Vorkenntnisse im Bereich Datenanalyse schnellen und intuitiven Zugang zu Informationen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen ermöglichen. So können Anwender ohne Spezialkenntnisse über ein Suchfeld Stichwörter eingeben, um nach Daten zu suchen, die ihnen wichtige betriebswirtschaftliche Fragen beantworten. Sobald die entsprechenden Informationen angezeigt werden, können Nutzer durch die Daten navigieren und sich auch in tieferen Ebenen (Drill Down) weitere Detailinformationen zu bestimmten Bereichen anzeigen lassen.

"In seiner Keynote hat unser Gründer Hasso Plattner diese Lösung als einen Schritt in das speicherorientierte Computing bezeichnet, das sich nun ankündigt. Um Daten schnell zur Verfügung stellen zu können, müssen nämlich Systeme in Zukunft direkt auf den Hauptspeicher zugreifen können und nicht mehr über vorgelagerte Datenquellen arbeiten", erläutert Muther.

Um den verstärkten Anforderungen im Bezug auf die nachhaltige Entwicklung gerecht werden zu können, wurde kürzlich das amerikanische Unternehmen "clear enterprise" gekauft. Und im dritten strategischen Gebiet der Mobilität pflegt man eine Partnerschaft mit Research in Motion (RIM), um Business-Anwendungen für den Blackberry zu entwickeln. "Ein Produkt ist bereits fertig und die Entwicklung läuft auf Hochtouren."

Abwartende Marktsituation

Insgesamt sei die wirtschaftliche Situation des Unternehmens in Österreich stabil, aufgrund der recht divergenten Prognosen herrsche aber im Markt oft Ratlosigkeit und eine abwartende Stimmung. "Mit Business-Software-Lösungen sind wir glücklicherweise in einem weiter wachsenden Bereich tätig, während die Krise ja z.B. Hardware-Hersteller viel stärker trifft", analysiert Muther.

Auch das Outsourcing-Geschäft sei derzeit recht lebendig, allerdings gehöre dieses nicht mehr zu den Kernaufgaben des Unternehmens. "Outsourcing haben wir stark zu den Partnern verlagert. Sobald unsere business-by-design-Lösung hierzulande verfügbar sein wird, wird sich dieser Markt für unsere Partner sicher weiter beleben!" In einem Zukunftsszenario könnte gemeinsam mit Partnern eine Service-Plattform entstehen, auf die Kunden bei Bedarf zugreifen. "SOA-Architekturen und Web-Services sind heute schon weit entwickelt. Aber die Dinge brauchen meist doch eine längere Reifungszeit, bis sie im Markt breit angenommen werden", weiß der SAP-Chef aus Erfahrung. Entsprechende Technologie-Durchbrüche entstünden oft ziemlich überraschend: "Vielleicht verhilft uns die Krise ja zu so einem Durchbruch!"

Derzeit sei allerdings in vielen Firmen der Rotstift gerade auch bei Geschäftsreisen im Einsatz. "Für die Online Kommunikation haben wir gemeinsam mit Adobe die Lösung SAP Acrobat Connect Professional Applications entwickelt, die derzeit sehr nachgefragt ist."

Die Software basiert auf einer offenen, erweiterbaren Architektur, die die Integration mit bestehender Infrastruktur und zukünftigen Technologieinvestitionen unterstützt. Durch die Nutzung des weit verbreiteten Adobe Flash Player können Teilnehmer und Interessenten direkt auf Live-Webseminare, On-Demand-Präsentationen oder Online-Meetings zugreifen, ohne zuerst neue Software herunterladen zu müssen.

www.sap.com/austria

ERP - Enterprise Resource Planning

(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

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