Bull erzielte im Geschäftsjahr 2008 weltweit einen Umsatz von etwas über 1,1 Mrd. Euro und hat an die 8.000 Mitarbeiter. In Österreich sind bei Bull 40 Mitarbeiter beschäftigt, die von vier Standorten aus (Wien, Linz, Graz und Klagenfurt) den Markt betreuen. "Die Bull GmbH Österreich ist Gesamtlösungsanbieter im IT-Infrastrukturbereich", so Erich Strobl, COO der österreichischen Bull GmbH. "Unser Fokus liegt derzeit sehr stark auf dem Storagethema und der Virtualisierung."
Der Storage-Spezialist
Der kleine österreichische Markt und das vergleichsweise kleine Team erfordern einen zielgerichteten Einsatz von Ressourcen. Deshalb habe man, so Strobl, vor drei Jahren begonnen, sich auf Schwerpunkte wie Storage- und Serverkonsolidierung zu spezialisieren. "Das Storagegeschäft ist mit rund 40% vom Gesamtumsatz heute ein wichtiges Standbein und Neukundenbringer", so Strobl.
Auch werde der Beratungsansatz bei Storage immer wichtiger. Denn für viele Unternehmen beginne das Thema schon bei der grundsätzliche Frage: "Welche Daten haben wir überhaupt?" Außerdem versuchen die IT-Abteilungen, Kosten und Effizienz der IT-Infrastrukturen zu optimieren, anstatt lediglich die Speicherkapazitäten zu erweitern, so Strobl.
Immer wichtiger werde es auch, im Zuge einer Zentralisierung der Unternehmens-IT, andere Standorte in solche Konzepte einzubinden. Dabei hätten sich durch neue Technologien interessante neue Optionen ergeben. Strobl verweist in diesem Zusammenhang etwa auf Remote Backup-Lösungen, die vom erhöhten Bandbreitenvolumen und neuen Techniken wie der "Deduplizierung" profitieren. Die Deduplizierung ermöglicht das Erkennen von redundanten Daten und führt zu einem deutlich verringerten Datenvolumen.
Im Storgeumfeld ist Bull unter anderem Partner von EMC, NetApp, Symantec. Das gesamte Storage-Portfolio hat man bei Bull unter der Marke "StoreWay" zusammengefasst. Eine neue, europaweite Kooperation mit GlassHouse Technologies umfasst zudem die Lieferung von Storage-Assessment-Services. "Die Services verbinden Speicherexpertise, -methoden und -tools und bieten eine praxisorientierte Beratung mit schnell messbaren Vorteilen auf der Basis kurzfristiger und fokussierter Problemlösungen", so Strobl.
Desktop Virtualisierung
Das zweite starke Standbein ist der Virtualisierungsbereich. Hier zeichne sich Desktop Virtualisierung als wichtiges Thema ab, meint Strobl, der zugleich auch auf das langjährige Citrix-Know-how von Bull verweist. Das Thema sei aber nicht ganz frei von Vorurteilen, erläutert er: "Der Anwender meint, er verliert mit dem eigenen PC sein Freiheit und in den IT-Abteilungen befürchtet man, bei verringertem Managementaufwand nicht mehr gebraucht zu werden."
Strobl erwartet sich in diesem Sektor in den nächsten Jahren aber ein starkes Wachstum. Zentralisierung sei derzeit ein wichtiges und Kosteneffizienz versprechendes Anliegen im Data Center. Mit neuen Technologien könne man zudem an den Arbeitsplätzen der Anwender, im Gegensatz zu klassischen Thin Client-Lösungen, ein hohes Maß an Individualität und Anwendungsvielfalt ermöglichen.
Zur Marktentwicklung
Strobls derzeitige Markteinschätzung ist eher positiv, wobei man den Markt aber nach den jeweiligen Branchen sehr differenziert betrachten müsse. Prinzipiell gelte, dass Projekte, die mit der Optimierung von zentralen Funktionen im Datacenter zu tun haben, im Vordergrund stehen.





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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 
