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Green IT
Grüne IT-Stategien
Blühende Geschäfte
Green IT hat sich in der Wirtschaftskrise endgültig zum Cost-Cutting-Instrument gewandelt. Die Unternehmen wollen schnelle Einsparungen erzielen. Grüne Nebenwirkungen sind dabei durchaus erwünscht.

Quelle: Green Grid; Grundlage der Grafik ist ein typisches Rechenzentrum mit 2N-Energie- und N+1- Kühlausrüstung mit einer durchschnittlichen Belastung von 30 %

Selbst eingefleischten Optimisten ist es mittlerweile klar: Die Krise ist schlimmer und wird deutlich länger dauern als selbst Pessimisten noch vor einigen Monaten befürchtet haben. Wer allerdings dem Green IT-Trend angesichts des wirtschaftlichen Abschwungs ein schnelles, schmerzloses Ende prophezeit hat, wird derzeit Lügen gestraft. Das Hype-Thema des Jahres 2008 wird von Herstellern und Beratern weiterhin am Kochen gehalten - wenn auch unter geänderten Vorzeichen.

Weil viele Firmen jetzt andere Sorgen haben als ihre ökologische Performance, werden die ökonomischen Aspekte von Green IT noch stärker in den Vordergrund gerückt. Das scheint all jene zu bestätigen, die in Green IT immer schon ein Feigenblatt für Kostenthemen gesehen haben. S&T-Vorstand Christian Rosner etwa: "Wenn ein IT-Chef angesichts von Umsatzeinbrüchen mit einem Ökologie-Projekt zum Vorstand geht, wird ihn der fragen, ob es ihm noch gut geht. Mit dem Schlagwort Energieeffizienz wird er schon eher Erfolg haben. Das Gros der Firmen investiert derzeit nur, wo es sich kurzfristig rechnet."

"Green IT blüht auf", will Symantec in einer weltweiten Umfrage unter 1000 IT-Leitern in Großunternehmen herausgefunden haben. Umweltschonende IT-Lösungen seien jetzt aus "pragmatischen Gründen" auf dem Vormarsch. "Die IT hat eine Schlüsselposition innerhalb grüner Unternehmensstrategien besetzt", konstatiert Andreas Zeitler, Vizepräsident und Zentraleuropa-Chef bei Symantec. "Ein wichtiger Grund dafür ist der Kostendruck. Es lassen sich dort schnell Kosten sparen, wo die laufenden Ausgaben traditionell hoch sind."

„Im Rechenzentrum kann man mit einfachen Maß- nahmen schnell signifikante Erfolge erzielen.“ - Wolfgang Schwab, Experton Group

Laut Studie basteln derzeit 97 % der IT-Verantwortlichen an Green IT-Strategien, 45 % haben bereits entsprechende Projekte umgesetzt. Angetrieben werden sie dabei aber nicht von ihrem Umweltbewusstsein, sondern von der Aussicht auf Einsparungen beim Stromverbrauch (90 %) und bei der Kühlung (87 %) sowie vom "gestiegenen Druck auf Unternehmen, ökologisches Handeln zu demonstrieren" (86 %). Um Strom und Kosten zu sparen, setzen 96 % auf den Austausch alter Geräte durch energieeffizientere Produkte. Und wenn es hilft, Betriebskosten zu reduzieren, darf das IT-Equipment auch ruhig ein bisschen mehr kosten.

Zwei Drittel würden um 10 % höhere Anschaffungskosten in Kauf nehmen, 41 % sogar Aufschläge von mehr als 20 %. 94 % betreiben Server-Virtualisierung oder wollen die Auslastung ihrer Speicherkapazität verbessern. 57 % betrachten die Nutzung von Software-as-a-Service-Angeboten als Bestandteil ihrer grünen Strategie. Der laufende Stromverbrauch wird von 94 % aktiv überwacht. Kein Wunder, meint Zeitler, denn "ein Großteil der befragten IT-Leiter ist inzwischen für die Energiekosten der Rechenzentren selbst verantwortlich. Ihre große Motivation, in Green IT zu investieren, ist daher verständlich." 73 % der Befragten rechnen in den nächsten zwölf Monaten sogar mit einem Anstieg des Budgets für grüne Projekte. Angesichts der sich laufend verdüsternden Wirtschaftsprognosen sind das kühne Erwartungen.

Grüne Krisenkonzepte

Das deutsche Beratungshaus Experton Group rät den IT-Chefs, sich in puncto Budgets nicht zu früh in Sicherheit zu wiegen. Die Auswirkungen der Krise seien nämlich noch längst nicht in vollem Maße und in allen Branchen bei den Unternehmen angekommen. Dazu Wolfgang Schwab, Senior Advisor bei Experton: "Es ist zu erwarten, dass bislang noch nicht betroffene Branchen spätestens im Sommer erfahren werden, ob und wie stark sie betroffen sind. Entsprechend ist damit zu rechnen, dass viele IT-Budgets noch einmal nachjustiert werden müssen." Fest steht für Schwab, dass die Krise und die Angst vor der unsicheren Entwicklung Ökologie-Themen eher zur zweiten oder dritten Priorität werden lassen. Aber bei Green IT handle es sich ohnehin primär um ein ökonomisches Thema. Bei richtiger Umsetzung könne man damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - Betriebskosten senken und die Umwelt entlasten, analysiert Schwab.

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Green IT

Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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