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Strategien
Interview mit Martin Schobert, CIO Österreich Werbung
Reiseland
Mit 126,7 Mio. Nächtigungen zeichnete sich Österreich auch 2008 wieder als Tourismusland aus. Das dafür im Bereich der Österreich Werbung auch eine augefeilte IT-Landschaft sorgt, erfuhr MONITOR im Gespräch mit dem CIO Martin Schobert.

Will das Tourismusland Österreich mit effizienter und moderner IT darstellen: Martin Schobert, CIO der Österreich Werbung

Da er bei der MONITOR-CIO-Diskussionsrunde verhindert war, sprach ich mit dem CIO der Österreich Werbung direkt in seinem Büro in Wien: "Ich bin seit Mai 2007 neben der Marktforschung auch für das IT-Team verantwortlich und sehe die Wissensvermittlung als eine unserer zentralen Aufgaben", analysiert der seit elf Jahren im Unternehmen tätige Tourismusspezialist und begehrte Vortragende auf der jährlich im März stattfindenden ITB, der Weltmesse des Tourismus in Berlin Auch die Markt- und Tourismusforschung als sein zweites Aufgabengebiet sei heute immer mehr von Online-Recherchen abhängig, was die Verbindung zur IT verstärke.

"Traditionelle Marktforschung und Online-Aktivitäten laufen derzeit oft parallel und müssen letztlich über intelligente IT-Systeme zusammengeführt werden." Dabei sei es nicht immer leicht darzustellen, welche positiven Effekte durch IT-Investitionen ausgelöst werden. Die zunehmende Abhängigkeit von der IT führe z.B. im Bereich der notwendigen Ausfallsicherheit zu steigenden Investitionen, die es so früher nicht gegeben habe. "Diese Veränderungen in der Wichtigkeit unserer IT-Systeme müssen wir auch laufend intern argumentieren, um die notwendige Unterstützung und Akzeptanz zu bekommen", so Schobert.

Microsoft-Strategie

Auf jeden Fall habe man sich nun zu einer klaren Microsoft-Strategie entschlossen: "So erreichen wir auch bei unserem großen ERP-Projekt auf Basis von MS Dynamics AIX die bestmögliche Wirtschaftlichkeit und eine gute Abbildung unserer Prozesse im System." Die Anpassungsprozesse für das neue ERP-System seien zwar aufwändig, aber die Ablösung der alten Systeme sei für die Erreichung der gesteckten Ziele einfach notwendig. Durch die Anbindung an die Bundes-Beschaffungs-Agentur erreiche man auch beste Konditionen beim Ankauf der Lösungen.

Obwohl die IT auf die derzeit bestehende Krise nicht so schnell reagieren könne ("Unsere Systeme und Planungen haben naturgemäß längere Laufzeiten") sei man bemüht, etwa durch gezieltes Outsourcing die laufenden Kosten niedrig zu halten. "Wichtige Themen sind die Auslagerung von Service und Support, auch etwa im Bereich der Mobiltelefone", gibt der CIO ein Beispiel. Gleichzeitig verursache aber auch die Suche nach einem geeigneten Outsourcing-Partner und die enge Zusammenarbeit mit diesem einigen internen Aufwand. "Die bei uns immer wieder durchgeführten Benchmarks geben uns die Sicherheit, dass wir im Bezug auf Kosten und Personal sehr effizient aufgestellt sind."

Strategie bis 2015

In einer längerfristigen Planung bis 2015 verfolge man im wesentlichen drei große strategische Ziele. "Wir müssen zunächst unbedingt sicherstellen, dass wir stabile und sichere IT-Systeme im Einsatz haben", unterstreicht Schobert. Die etwa 230 Mitarbeiter in den 30 weltweit verstreuten Büros sollen sich auf die IT-System verlassen können. Im Entscheidungsfall werde lieber auf eine Funktion verzichtet, wenn diese die Sicherheit der Systeme gefährde.

Eine weitere Prämisse ist der Einsatz kosteneffizienter Werkzeuge. Der Trend gehe derzeit klar in Richtung Kostensenkung mit geeigneten IT-Lösungen: "Wenn wir über Video-Telefonie Reise- und Meeting-Kosten einsparen können, dann ist die Entscheidung für entsprechende IT-Investitionen leicht erklärbar", weiß Schobert.

Als dritte wesentliche Richtschnur der Entwicklung wurde festgelegt, dass die IT kein Selbstzweck sein darf, sondern immer die Mitarbeiter bei der Erfüllung ihrer Aufgaben bestmögliche unterstützen soll. "Wenn wir also beispielsweise unsere Business-Intelligence-Lösung weiter ausbauen, dann immer mit dem Ziel, den Mitarbeitern nützliche Informationen zur besseren Erledigung ihrer täglichen Arbeit an die Hand geben zu können!" Damit werde letztlich auch die Verbindung der Unternehmens-Strategie mit der IT-Strategie erreicht: "Wir können so auch unsere IT mit der im Unternehmen üblichen Methode der Balanced Scorecard zielgerichtet weiter entwickeln."

Heute sei das IT-Budget zwar niedriger als vor drei Jahren, es müsse nun aber in die neuen Systeme entsprechend investiert werden: "Wir müssen noch stärker klar machen, dass die IT ein entscheidender Hebel für eine höhere Produktivität und damit eine Kostenoptimierung ist. Dann erscheinen die damit verbunden Kosten gleich in einem anderen Licht", weiß Schobert um die Wichtigkeit der richtigen Argumente.

www.austria.info

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IT-Matchmaker
MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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