Wenn bei einem Computer die integrierten Tragegriffe zu einer zentralen Marketing-Botschaft avancieren, dann kann man erahnen, wie schwer es heutzutage ist, sich am Standardkomponenten-dominierten PC-Markt von der Konkurrenz abzuheben. "Unsere Workstations sind mobil", verkündete der für diesen Geschäftsbereich verantwortliche HP-Vizepräsident Jim Zafarana bei der Präsentation der "Z-Series"-Workstation-Familie, die drei neue Modelle beinhaltet. Zur Veranschaulichung schleppte Chefentwickler Terry Pilsner ein Exemplar des Serien-Flaggschiffs, den Z800, durch die Reihen der zahlreich erschienenen Pressevertreter.
Das Design des rackfähigen Minitowers stand neben der deutlich gesteigerten Leistung im Fokus des Medien-Events. Um der neuen Serie ein unverwechselbares Look-and-feel zu verpassen, griff HP auf die Dienste eines exklusiven Automobil-Designers zurück. Der kalifornische Ableger von BMW Designworks zeichnet für das Aussehen der Rechner verantwortlich. Alec Bernstein, Chef der Industriedesign-Schmiede, hat bei dem Projekt Z-Workstation, an dem zwölf seiner Mitarbeiter mehr als ein Jahr gearbeitet haben, "einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt", bei dem "die Designsprache den Wert des Produkts ausdrückt", wie er sich ausdrückte. Zafarana erläuterte dem MONITOR: "Wir haben Intels Technologie in ein komplett neues Design integriert. Unser erster Job war natürlich Performance, Verlässlichkeit und Qualität, aber wir setzten diese Ziele mit einer neuen Design-Sprache um, die dem Kunden sagt, dass dieses Produkt einmalig ist."
Glanz und Funktionalität

„Wir haben Intels Technologie in ein komplett neues Design integriert.“ - Jim Zafarana, HP-Vizepräsident
Insgesamt wurde ein kompromisslos modularer Aufbau umgesetzt. Grüne Markierungen weisen Wartungstechnikern (und selbst Laien) den Weg durch die Eingeweide des Rechners. Alle Komponenten sind mit einem Griff ohne Werkzeug zu entfernen - Stromversorgungseinheit, Kühlungselemente, ein bis zwei Prozessoren, Arbeitsspeicher, optische Laufwerke, bis zu sechs Festplatten und sogar das Mainboard.
Pilsners breites Lächeln verrät, dass er mit dem Ergebnis seiner Arbeit zufrieden ist: "Das Design ist ausschließlich von der Funktionalität geleitet. Das Innenleben ist eine Fortsetzung der äußeren Erscheinung, aber jedes Detail hat einen technischen oder funktionalen Grund." Auch die Idee mit den Tragegriffen ist nicht der Gestaltungslaune eines Designers zu verdanken. In wochenlangen Videobeobachtungen hat man die Nutzungsgewohnheiten von Powerusern erforscht und die Erkenntnisse in das Design einfließen lassen. Unter anderem hatte sich gezeigt, dass die Workstations im Arbeitsalltag verschiedenster Branchen häufig den Standort wechseln. Die schweren Grafikkarten sind durch zusätzliche Raster stabilisiert, um Beschädigungen beim Transport auszuschließen.Die neue Xeon-Plattform
Die Z-Serie ist mit der neuen Generation von Intel Xeon Quadcore-Prozessoren und Chipsätzen ausgestattet. Mit der "Nehalem"-Prozessorarchitektur mit integriertem Memory Controller gelang Intel in puncto Performance und Energieverbrauch nach Längerem wieder ein großer Schritt vorwärts. Während Z800 und Z600 für zwei Prozessoren der Xeon 5500-Plattform ausgelegt sind, ist der Z400 ein Ein-Sockel-System auf Basis der W3500-Serie.
Die leistungsfähigste Prozessorvariante, der W5580 liefert 3,2 Gigaherz Taktfrequenz bei über 25 Gigabyte Bandbreite pro Sekunde, wobei jeder der vier Rechenkerne vier parallele Rechenthreads ausführen kann. Trotz deutlich gesteigerter Leistung verbrauchen die Nehalem-Prozessoren weniger Energie als frühere CPU-Generationen von Intel. HPs Z-Serie ist zusätzlich exklusiv mit der HPs "WattSaver"-Technologie ausgestattet, die den Stromverbrauch im "Off"-Modus auf 0,2 Watt senkt.
Modulare Flexibilität
Rund um die neue Intel-Technologie hat HP flexibel konfigurierbare Systeme entwickelt. Der Z800 lässt sich bis auf 192 Gigabyte Arbeitsspeicher und 7,5 Terabyte Storage aufrüsten. Bis zu sechs RAID-fähige Festplatten finden Platz. Optional können auch SSD-Speicher eingesetzt werden. Ein bis zwei Grafikkarten von NVIDIA oder ATI decken je nach gewähltem Modell das Spektrum von professioneller 2D- bis zur Highend-3D-Darstellung ab. Was so ein Leistungsmonster mit maximaler Ausstattung kosten würde? "Diese Rechenaufgabe habe ich noch nicht gemacht", gibt Zafarana zu. Seine Schätzung: "Einige 10.000 Dollar." Eine Kosten-Nutzen-optimierte Konfiguration werde sich aber für das Gros der Kunden deutlich unter diesem Maximum bewegen. "Durch die Modularität der Systeme können wir mit der Z-Serie ein großes Spektrum an Kunden und Märkten bedienen."
Der Z800 ist für den Highend-Bereich -etwa im computergestützten Design und Engineering (CAD/CAE), für Anwendungen in der Erdölindustrie oder in der Medien-, Grafik- und Video/Audio-Produktion - ausgelegt. Mit dem Z600 und Z400 gibt es je nach kundenspezifischem Ressourcenbedarf zwei Leistungsabstufungen, die für Finanzanwendungen, Midrange-CAD/CAE und Midrange-Grafik/Audio/Video gedacht sind, wobei der Z600 laut HP im Bereich digitale Animation das beste Preis-Leistungsverhältnis liefert. Testkunden aus verschiedensten Industrien berichteten in Los Angeles von bis zu 500 Prozent Leistungssteigerung bei ihren ressourcenintensiven Produktionsanwendungen. "Die Kunden bekommen mehr Performance zu geringeren Preisen. Die Systeme liefern daher einen sehr schnellen ROI", betonte Zafarana.






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Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 
