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Strategien
EU-Fördermittel-Ratgeber
Gerade in Krisenzeiten EU Förderungen nützen
Die EU-Fördertöpfe sind voll - nur die Förderungen werden noch zu wenig genutzt. Mit der Initiative "EU-Fördermittel-Ratgeber" wollen große namhafte IT-Unternehmen gemeinsam mit der Wirtschaftskammer kleinen und mittleren Unternehmen die Fördermöglichkeiten nahe bringen.

Microsoft-Geschäftsführerin Petra Jenner und Paul Rübig, Mitglied des Europäischen Parlaments, bei der Präsentation des Fördermittel-Ratgebers

Wer hat schon den aktuellen Überblick, was für Förderungen lokal, regional, national oder EU-weit in seiner Branche vergeben werden? - Richtig, kaum jemand, denn der "Förder-Dschungel" ist selbst für jene, die sich tatsächlich damit beschäftigen, oft nur schwer durchschaubar. Grund genug für viele Unternehmen, darauf zu verzichten.

Das muss nicht sein, denn gerade was die unternehmensinterne IT betrifft, wird sehr gut und großzügig gefördert. 70 Ergebnisse zeigt der elektronische Fördermittelratgeber für den IKT-Bereich an, für den Bereich Innovation & Forschung und Entwicklung sind es gar 147. Die großen Unternehmen unterstützen mit dem Förder-Ratgeber allerdings nicht ganz uneigennützig: Fördern lassen sich etwa auch Microsoft-Schulungstage oder Software-Lösungen der großen Anbieter. Den KMUs ist jedenfalls geholfen: Sie müssen nur einen Bruchteil des Marktpreises selbst bezahlen.

Trotzdem wurde der Förderratgeber, den es bereits seit 2005 gibt, bisher nur wenig genutzt: In den vergangenen vier Jahren haben insgesamt nur 650 Unternehmen die Beratungsleistungen aus dem EU-Fördermittelratgeber in Anspruch genommen, das wären pro Woche etwa drei Unternehmen. "Wir haben sicher das Thema noch zu wenig aufgegriffen und von unserer Seite zu wenig beworben", gestand Microsoft Geschäftsführerin Petra Jenner ein. Das wolle man mit der jetzigen neuen Initiative für den Förderratgeber ändern, denn "viele Unternehmen wissen ja gar nicht, welche Förderungen möglich sind. Gerade jetzt gelte es aber zu investieren, statt den Kopf in den Sand zu stecken", appellierte die sie an die Unternehmer.

EU-Innovationsprogramm für KMUs

"Wir müssen die KMUs, auch die Einpersonen-Unternehmen in den Mittelpunkt stellen und vor allem in Zeiten der Krise die Bonität bei den Betrieben erhöhen, sei es durch Kredite oder Förderungen", stellte Paul Rübig, Mitglied des europäischen Parlaments und seit 2003 Präsident SME-Global (Small Medium Enterprises), klar. Rübig bezeichnete auch das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP - Competitiveness and Innovation Programme) als Chance, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen gefördert werden soll.

Es richtet sich hauptsächlich an KMUs und umfasst die drei Programmlinien unternehmerische Initiative und Innovation, Unterstützung der Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT) sowie Intelligente Energie Europa (IEE). CIP soll vor allem auch dafür sorgen, dass Forschungsergebnisse öfter in marktfähige Produkte umgesetzt werden und KMUs schneller wachsen. Für KMUs stehen in diesem Programm derzeit rund 1,1 Mrd. Euro zur Verfügung. CIP schließt damit die Lücke zwischen dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (RP7) und den Investitionsförderungen aus dem EU-Strukturfonds. Koordiniert und in Österreich abgewickelt wird das CIP von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Rübig erwähnte auch das neue Europäische Technologieinstitut (EIT), das mit einem Etat von 300 Mio. Euro darauf abzielt, die Vernetzung von Forschung und Innovation in Europa zu verbessern: Anfang April startet die Auswahl für die operativen Einheiten des EIT, die Knowledge und Informations Communities (KIC). Dabei soll es zur Bildung von interdisziplinären Teams von Universitäten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen kommen. Letztlich ging Rübig noch auf den "Small Business Act" ein, der Mitte März in Straßburg beschlossen wurde. Dabei geht es um eine Stärkung der Situation von KMUs europaweit durch diverse Maßnahmen etwa für den Personal- und Finanzbereich sowie in punkto Globalisierung und Klimawandel.

Aber auch das siebte EU-Forschungsrahmenprogramm (RP7), das von 2007 bis 2013 mit einem Budget von 54 Mrd. Euro läuft, hat einiges für innovationsfreudige Unternehmer und KMUs zu bieten. Eurostars heißt ein neues Programm der europäischen Initiative EUREKA gemeinsam mit dem RP7. Es wurde Anfang 2008 speziell dafür eingerichtet, um KMUs zu fördern, die Forschung und Entwicklung betreiben. Eurostars ist thematisch offen, das Programmanagement erfolgt durch das EUREKA Eurostars Sekretariat in Brüssel in enger Kooperation mit den nationalen Förderstellen, in Österreich die FFG. Beim bisher zweiten Call wurden insgesamt 236 Projekte eingereicht, davon 25 mit österreichischer Beteiligung. Die Evaluierung durch internationale ExpertInnen ist gerade im Gange. Die nächste Einreichfrist ist am 24. September 2009.

Förderungen: Gewusst wo
Neben dem elektronischen Förderratgeber empfiehlt es sich unbedingt auch die Wirtschaftskammer, das Austria Wirtschaftsservice (AWS), die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie die landeseigenen Stellen (etwa des Europabüro des Landes OÖ oder den Wiener Wirtschaftsförderungsfonds WWFF) zu kontaktieren.

www.foerdermittel-ratgeber.at

www.wko.at

www.awsg.at

www.ffg.at

www.europabuero.at

www.wwff.gv.at

 

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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