Die Breitband-Entwicklung soll vorangetrieben werden. Kaum war die dritte AT:net-Ausschreibung Ende Jänner beendet, steht schon die nächste, vierte Ausschreibung vor der Tür: Sie dauert vom ersten April bis einschließlich 29. Juni 2009. Neu ist die Erhöhung der maximalen Fördersumme: Lag das Limit bis dato bei 200.000 Euro, so beträgt jetzt die maximale Fördersumme 500.000 Euro. Die Projektlaufzeit kann zwischen sechs Monaten bis zu drei Jahren betragen.
Gefördert werden folgende Themen:
- innovative Zugangstechnologien
- E-Government: elektronische Behördendienste
- E-Health: elektronische Gesundheitsdienste
- E-Inclusion: digitale Integration
- E-Learning: elektronisches Lernen
- Vertrauen und Sicherheit
- elektronische Dienste zur Erhöhung der Verkehrssicherheit
- Unterstützungsdienste für KMU
- sonstige Themen zur Erhöhung der Nutzung von Breitbandanwendungen
Mit der Abwicklung des Innovationsprogramms AT:net ist die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) betraut.
„Das Programm AT:net ist die Fortsetzung der Breitbandinitiative, es geht um Markteinführung, nicht um Forschungsprojekte“, betont Alfred Ruzicka, Programmverantwortlicher im BMVIT. Und weiter: „AT:net ist sicher nur ein Puzzlesteinchen, aber es geht um die Vision, dass Österreich nachhaltig einen Spitzenplatz im IKT-Bereich erreichen soll“. Das Interesse ist jedenfalls schon da: Beim letzten Wiener Breitband-Infotag knapp vor Weihnachten konnten rund 140 Teilnehmer gezählt werden.
Allerdings ist eine Breitband-Förderung in Österreich auch ein Gebot der Stunde: Österreich liegt in der Breitband-Penetration (nur Festnetz) laut Daten vom Jänner 2008 mit 19 % knapp unter dem EU-Schnitt von 20 %, während etwa Dänemark etwa bereits bei 35 %, also mehr als ein Drittel, hält.
Zwischen ACOnet und Homefibre
Bisher gefördert wurde etwa die Umstellung auf Glasfaser des österreichischen Wissenschaftsnetzes ACOnet, aber auch das 2004 gegründete Kärntner Unternehmen Homefibre, das es ermöglicht, ein digitales, leistungsstarkes Heim-Netzwerk zu realisieren. „Für das zukunftssichere digitale Multimedia-Netzwerk bietet das Homefibre System die optimale Vervollständigung. Sicher, sauber, schnell und simpel zu installieren“, wirbt Homefibre-Geschäftsführer Josef Faller um Kunden. Zur Realisierung im Neubau können die Rohre für Elektroninstallation genutzt werden. „Bis zu jeder Steckdose kann somit ein Kunststoff-Lichtwellenleiter installiert werden, damit steht praktisch im ganzen Haus ein leistungsfähiger Netzwerkanschluss zur Verfügung“, erklärt Faller.
Gefördert wurde auch der Innsbrucker Breitband- und Security-Spezialist Phion für seine Breitband-Optimierungs- bzw. Traffic Intelligence-Lösungen. „Wir haben eine Technologie entwickelt, die eine zuverlässige und selbständige Reaktion auf Verbindungsstörungen ermöglicht und somit ein Höchstmaß an Ausfallssicherheit garantiert“, erklärt Christian Moser von phion. Wichtig sei es auch, den Datenstrom intelligent aufzuteilen, „Business-kritische Daten werden über MPLS, nicht kritische über eine „normale“ DSL-Leitung geschickt“, erläutert Moser.
Ebenfalls eine AT:net-Förderung gab es für das Kärntner Projekt „Grand Media TV“ (www.gm1.tv). Ursprünglich als lokale Internetplattform das Grand Media Hotel Villachs geplant, entwickelte sich eine IP-TV-Plattform. Inzwischen sind 800 Partner aus dem Tourismus beteiligt.
Die Idee, medienkompetente Mitarbeiter bei den Partnern auszubilden wurde von der FFG gefördert. Anfang März erfolgte der Start für Villach TV, mittlerweile gibt es etwa auch ein Mölltal TV (13 Gemeinden zusammengefasst), aber auch die Politik macht sich die Idee zunutze: So sendet SPÖ Kärnten TV etwa sehr fleißig. „Wir hoffen jedenfalls, dass sich auch bei der vierten Ausschreibung viele Unternehmen entschließen, ihre Projekte einzureichen“, betont Emmanuel Glenck, Leiter des Bereichs Thematische Programme bei der FFG. Wer es aber jetzt bis Ende Juni nicht schafft, hat noch eine Chance. Die fünfte AT:net-Ausschreibung ist bereits fix: Sie startet am 5. Oktober und dauert bis 17. Jänner 2010.



11-12/2009
10a/2009
10/2009



Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außen- handelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Seit 1993 arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für die Tagespresse sowie Fach- und Wirtschaftsmedien. Sein Schwerpunkt sind IT-Themen. 
