"IT ist muss nicht zwangläufig Teil des Klimaproblems sein. Bei einem intelligenten und nachhaltigen Einsatz kann sie auch Teil der Lösung sein", formulierte Steffen Holzmann, Mitarbeiter der Deutschen Umwelthilfe auf der Systems eine wichtige Einsicht, auf die auch schon in dieser Kolumne des öfteren hingewiesen wurde. Green IT war in München wieder ein zentrales Thema, und jenseits intransparenter Marketingversprechen ging die Diskussion rund um Energieeffizienz und Ressourcenschonung ab und an auch in die richtige Richtung.
Es geht nämlich nicht nur um umweltfreundliche IT-Produkte, das größte Potenzial hat Green IT im Hinblick auf eine technologisch getriebene Ökologisierung der Gesamtwirtschaft und des Alltagslebens. Holzmann verwies dabei nicht nur auf die Bereiche Videokonferenzen oder Tele-Arbeitsplätze, von denen sich viele die Vermeidung großer CO2-Mengen im Verkehrsbereich erhoffen. Vor allem in den Bereichen Energieerzeugung und Energienetze könne IT einen großen mittelbaren Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leisten -"etwa mit dem Ansatz virtueller, dezentraler Kraftwerke, die durch eine intelligente Vernetzung von Erzeugern, Sensoren und Verbrauchsprognosen realisierbar seien", so der Umweltexperte.
Smart Grids
Einen ernst zu nehmenden Schritt in diese Richtung setzt die "Intelligent Grid"-Initiative von Google und General Electric in den USA. Die beiden Konzerne haben im September eine Allianz geschlossen, um Technologien für "Smart Grids" voranzutreiben. Die Innovationen sollen beispielsweise Endanwender mit Echtzeitinformationen über ihren Stromverbrauch versorgen oder helfen, Stromrechnungen automatisch zu verwalten. Das ist zwar längst nicht die erste Initiative dieser Art, aber wenn sich zwei derartige Marktgiganten des Themas annehmen, kann man davon ausgehen, dass der Vorstoß auch die nötige Breitenwirkung erzielen wird.
Zudem "ergänzen sich die Technologien" der beiden Unternehmen, analysiert IT-Berater Gartner, wodurch "entscheidende technische Aspekte intelligenter Grids" wie die Transformation der Energienetze und Modelle aktiver Beteiligung von Endverbrauchern erschlossen werden könnten. Auf dem Weg zur Energieversorgung 2.0 ist IT die Lösung, nicht das Problem.






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Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 
