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Innovationen bei der virtuellen Produktentwicklung
Der Himmel wird weiter

Schnittstelle zum Marketing

„Usability wird immer wichtiger, und diese Usability wird es mit sich bringen, dass die Prozessketten verschmelzen und der Himmel weiter wird.“- Ludwig Fuchs, der Gründer von Realtime Technologies.

Zu guter letzt, so die Visualisierungsauguren, werden der Sales- und Marketingbereich zum Zusammenwachsen von Virtualisierungstechnologien und weiteren Geschäftsprozessen beitragen. Denkbar sind hier etwa realitätsgetreuen Computergrafiken, Bilder und Filme, die zur Markeneinführung und Vertrieb, aber auch zur anschließenden Kundenbetreuung erstellt werden könnten. "Meine Vision: Bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt, nämlich sobald das Design abgesegnet ist, lassen sich bereits digitale Werbebroschüren und Werbespots erstellen - und zwar noch bevor ein Prototyp gebaut oder gar das fertige Produkt produziert wurde. Entscheidend wird auch hier die Integration der Prozesse sein, etwa dass der Marketingbereich Zugriff auf aktuelle Stylingdaten hat", hofft Rehfeld.

Doch damit sind die Möglichkeiten laut Rehfeld noch lange nicht erschöpft: "Wenn dann alle Daten digital vorliegen, ist der nächste konsequente Schritt, diese Daten auch im Aftersalesbereich zu verwerten, etwa für animierte 3D Gebrauchsanweisungen oder Servicemanuals." Auch hier experimentieren bereits die ersten Unternehmen, etwa Adidas, das Produktschulungen mittlerweile an virtuellen Galerien durchführt und sich so das manuelle Verteilen von rund 100.000 jährlich neuentwickelten Produkten erspart. Auch beim Autobauer Audi will man schon in den nächsten Monaten damit beginnen, Visualisierungstechnologien dafür zu nutzen, "Technik für Nichttechniker erklärbar zu machen. So sollen bei den künftigen Reihen des Audi TT virtuelle Videofilme im Bordcomputer zum Beispiel das Wechseln der Ersatzreifen erklären."

Mangelnde Kompatibilität

Prof. Dr.-Ing. habil. Dr.-Ing. E.h Michael Schenk vom Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung

Bei all diesen durchwegs verlockenden Möglichkeiten dürfen aber auch die derzeit noch vorhandenen Schwierigkeiten nicht verschwiegen werden. "So sind Umsetzungen heute meist nur dann möglich, wenn ein Unternehmen nur Software eines einzigen Herstellers einsetzt", erklärt Schenk vom Fraunhofer Institut. Aber meist kommen bei jedem Geschäftsprozess unterschiedliche Softwaresysteme zum Einsatz. Will ein Unternehmen bereits heute von einer durchgängigen Prozesskette profitieren, die Visualisierung und weitere Geschäftsprozesse verbindet, müssen Daten zwischen den verschiedenen Systemen konvertiert werden. "Hier ist die Folge dann oftmals Datenverlust. Zugleich begünstigt die doppelte Datenhaltung in verschiedenen Systemen Dateninkonsistenz und erhöht den Aufwand bei Datenänderungen. Diese Lösungen erfordert deswegen nicht nur einen entsprechenden finanziellen Aufwand für die Beschaffung, sondern auch einen personellen Aufwand, was sie für kleine bis mittlere Unternehmen bis dato nur bedingt geeignet machen", fährt Schenk fort.

Doch diese Hindernisse berühren Visualisierungsvisionäre wie Ludwig Fuchs, Gründer von RTT, nur wenig: "Usability wird immer wichtiger und diese Usability wird es mit sich bringen, dass die Prozessketten verschmelzen und der Himmel weiter wird."

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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