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Thema: Telekom & Internet
Telekom-Markt
Die Telekom-Schlacht geht munter weiter
Die Nase vorn hat One/Orange: die Markenumstellung ist mit Sicherheit das Top-Ereignis einer Branche, in der alle aufgrund sinkender Preise und sinkender Margen um Kunden rittern müssen. Sowohl der Festnetz- als auch der Mobilfunkmarkt sind heiß umkämpft und wachsen immer mehr zusammen. Aber: Ein Festnetz-Anschluss hat im Business-Bereich (noch) Bestand. Doch auch die Mobilfunker kommen nicht zu kurz, denn Handys gehören zum Business-Alltag und mobiles Arbeiten wird immer wichtiger.

Österreichs Unternehmen nutzen Telekom-Dienstleistungen ganz selbstverständlich. Für viele von ihnen ist ein unternehmerisches (Über-) Leben ohne Internet, Handy und Laptop-Datenkarte gar nicht mehr denkbar. 87% aller Unternehmen gaben im letzten Austrian Internet Monitor (AIM) an, einen Internetzugang zu besitzen. An erster Stelle bei der Web-Nutzung steht die Suche von Adressen und Telefonnummern (83%), gefolgt von der Suche nach Anbietern von Produkten und Dienstleistungen (75%), während bereits an dritter Stelle der Kontakt mit Ämtern und Behörden genannt wird (67%).

„Die Tendenz geht immer mehr in Richtung Voice over IP und Mobilität.“ - Harald Kriener, GF Happynet

Knapp die Hälfte der Unternehmen betreibt eine eigene Webpräsenz, da hat sich im Vergleich zum letzten Jahr ein Minus um gleich 3% auf 47% eingeschlichen. Das zeigt, dass es aufwändig ist, eine Website zu betreiben und die Inhalte immer aktuell zu halten. Insbesondere KMUs verzichten daher noch ganz gerne auf eine Internetpräsenz. Auch E-Commerce stagniert. Seit 2005 liegt der Anteil jener Unternehmer, die Produkte über ihre Website zum Verkauf anbieten, bei mageren 17%, wobei ein direkter Online-Kauf nur bei 6% (!) der Unternehmens-Websites angeboten wird. Verkauft wird am meisten klassisch per Fax, per Post oder auch per E-Mail.

Boom für mobiles Breitband

„Wir haben als erster Mobilfunkanbieter weltweit eine Sicherheitslösung fürs Internet.“ - Hannes Ametsreiter, mobilkom

Interessant ist das Telefonieverhalten der Unternehmen: 62% geben an, über die Telekom Austria zu telefonieren (im Vorjahr: 64%), immerhin 4% geben an, gar keinen Festnetzanschluss mehr zu haben. Diese Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Insbesondere bei den Einpersonenunternehmen verzichtet bereits knapp jedes zehnte Unternehmen auf einen Festnetzanschluss - und vertraut auf Handy und mobiles Internet.

Laut letztem RTR-Report vom Juli 2008 ist das Wachstum beim mobilen Breitband ungebrochen: Von insgesamt 2,2 Mio. Breitbandanschlüssen in Österreich ist mehr als jeder vierte der Mobilfunktechnologie zuzurechnen (26,5 %). Das bedeutet, rund 600.000 Österreicher besitzen einen mobilen (Breitband-) Internetzugang, vor einem Jahr lag die Zahl bei 400.000. Seit Anfang 2006 hat sich diese Zahl versechsfacht (!). Die Wachstumskurve zeigt steil nach oben, immer mehr Unternehmer sehen im mobilen Internet einen großen Zusatznutzen. (vgl. AIM-Grafik)

„Wir wollen im Telefonanlagebereich bei größeren KMUs bis zu 50 Mitarbeiter noch deutlich zulegen.“ - Thomas Helfert, inode

"Für 2009 ist vorstellbar, dass auf diesem Markt einiges ins Rollen kommt. Unterstützt wird diese Entwicklung durch höhere Leistungsfähigkeit der Produkte, attraktive Kostengestaltung und auch die zu erwartende Veränderung des Marktes bedingt durch den Launch der Marke Orange", sagt Integral Marktforscher Bertram Barth, verantwortlich für den AIM. Der Erfolg des mobilen Internets ist einer der großen Gründe, warum der Festnetz-Bereich massiv an Terrain verliert. Nicht bei großen Unternehmen, wohl aber bei Klein- und Kleinstunternehmern.

Festnetz wird überleben

Trotz dieser Entwicklung müssen die Festnetzanbieter nicht verzweifeln. "Das Festnetz wird nicht sterben, denn die Mobilfunker werden in Zukunft auf die Festnetz-Infrastruktur zurückgreifen", ist Karim Taga, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL) überzeugt.

„Wir werden Anfang 2009 unsere neue Business-Initiative vorstellen.“ - Michael Krammer, ONE/Orange

So wird durch die explosionsartige Entwicklung des mobilen Breitbands letztlich auch die Entwicklung des NGN (Next Generation Networks), des "Zusammenrückens" der Anbieter, und die Entwicklung neuer konvergenter Produkte, beschleunigt. "Daher werden die Festnetzanbieter auf alle Fälle einen signifikanten Markt-Anteil behalten", ist sich Taga sicher. Und die Mobilfunkanbieter werden in Zukunft zu Kunden der Festnetz-Infrastruktur-Inhaber. Der Großteil der heimischen Unternehmen will beide Möglichkeiten nicht missen: 82% telefonieren laut ADL-Report sowohl via Festnetz als auch mobil.

Das Telefonieverhalten ist ähnlich: Der Anteil der Inlands-Festnetz-Telefonate bei Unternehmen beträgt 83%, nur 17% der Gespräche gehen ins Ausland, hat IDC-Researcher Rainer Kaltenbrunner im letzten Telekom-Survey 2007 erhoben. Die Hälfte der heimischen Unternehmen hat noch traditionelle, analoge Telefonanlagen in Betrieb, gefolgt von Hybrid-Anlagen (48,7%), während reine IP-Anlagen nur verschwindend vertreten sind (1,5%).

"38,5% der Unternehmen haben vor, im nächsten Jahr ihre Telefonanlage zu wechseln", prognostiziert Kaltenbrunner, "2,1% wollen eine traditionelle Anlage, 15,5% eine Hybrid-Anlage und 18,1% eine reine IP-Anlage", präsentiert der IDC-Telekom-Experte spannende Detail-Zahlen, die eines verraten: Die Umstellung auf die All-IP-Welt ist voll im Gange, Voice over IP (VoIP) wird 2009 mehr und mehr Realität. Mehr als ein Drittel der Unternehmen (37,4%) nutzt VoIP heute schon, ein weiteres Drittel hat bereits entsprechende Pläne. "Die Nutzung von VoIP erfolgt in erster Linie durch Gespräche zwischen den Unternehmensstandorten", weiß Kaltenbrunner.

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MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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