„Mit APEX kann man sofort zu kochen beginnen“, strich Ingrid Kriegl, Geschäftsführerin von Sphinx IT, einen der großen Vorzüge von Oracle APEX heraus. „Mit dem neuen Competence Center für Oracle APEX werden wir eine Fülle von Veranstaltungen, Informationen aber auch konkrete Unterstützung anbieten“, betonte Kriegl ihre Bereitschaft als Koch den künftig neuen APEX-Köchen kräftig unter die Arme zu greifen.
Internationale Unternehmen wie die Deutsche Telekom, AOL Time Warner, BMW, Porsche oder Audi setzen bereits auf APEX Applikationen. In Österreich führt Oracle APEX allerdings noch einen Dornröschenschlaf, „das soll sich in den nächsten Monaten rasch ändern“, betonte Kriegl als Oracle naher IT-Dienstleister ihre Bereitschaft, die Bekanntheit von Oracle APEX zu heben und die Vorzüge der APEX-Entwicklungsumgebung der heimischen Oracle-Kundengemeinde näher zu bringen.
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Das dürfte nicht so schwer werden, meinte Marc Sewtz, Software Development Manager bei Oracle in New York. Application Express kam 2004 heraus, „mittlerweile entwickeln wir damit alles, was auf eine Datenbank zugreift“, erklärte Sewtz. Das Beste daran ist, dass das Entwicklungs-Tool kostenlos in jeder Oracle Datenbank integriert ist, als Client fungiert ein simpler Web Browser. „Inzwischen sind schon 30 vorgefertigte Geschäftsanwendungen wie etwa ein Online-Store oder ein Diskussionsforum integriert“, betonte Sewtz. Ziel sei es, künftig noch mehr die Business User (mit geringen Entwicklungskenntnissen) mittels Oracle APEX anzusprechen. „2009 soll dazu eine neue Version von APEX auf den Markt kommen, die auch das gemeinsame gleichzeitige Arbeiten auf Daten verbessert“, verriet Sewtz. Damit soll künftig neuen Web 2.0 Applikationen Tür und Tor geöffnet werden. Oracles Strategie dabei ist es auch, die alten Forms-Anwendungen zu migrieren.
„Es muss möglichst simpel sein und eine coole Oberfläche besitzen“, unterstrich der deutsche Oracle-Consulter Carsten Czarski seine Erfahrungen, wenn es um die Entwicklung von Web 2.0 Anwendungen geht. Dazu eigne sich APEX ideal, „Basis SQL-Kenntnisse würden ohne weiteres ausreichen“, beruhigte Czarski die Zuhörer. Er unterstrich vor allem den Vorteil der schnellen, unkomplizierten Entwicklung. Und er hatte auch einige Anwendungsbeispiele dafür parat. So sei für den Gruner + Jahr Verlag mittels APEX in kürzester Zeit eine Redaktionsoberfläche für Textmining entwickelt worden. Sogar die deutsche Telekom hat 2007 ihre Absatzerfassung pro Mitarbeiter mit Hilfe von APEX realisiert.
APEX-Workshops geplant
Das neue Wiener Oracle APEX Competence Center wird von Sphinx-Mitarbeiter Patrick Wolf geleitet. Er war von Oracle 2007 zu einem der „APEX Developer of the Year“ gewählt worden. „Mir geht es darum, den Kunden und Endanwendern zu zeigen, dass hier ein sehr brauchbares Tool da ist“, zeigt sich Wolf ambitioniert. Ende August soll es auch den ersten Workshop für Techniker geben.
Ab dem Herbst wird es regelmäßig Informationsveranstaltungen und Workshops geben, es gibt bereits einen APEX-Blog von Wolf. Den Oracle Kunden in Österreich müsse man erst zeigen, was bei ihrer Datenbank da kostenlos integriert sei. Wichtigste Aufgabe ist es daher, prinzipiell Awareness zu schaffen. Außerdem will Wolf in Zukunft eine österreichische Community zu Oracle APEX heranbilden. „Wir haben auch schon einige interessante Projekte für Kunden realisiert“, geht es Wolf auch darum, neue Kundenprojekte für Sphinx an Land zu ziehen. So wurde für UPC ein Customer Retention Tool entwickelt. Für den Wiener Arzt Gerold Porenta wurde für dessen Unternehmen medmobile (Messung und Übermittlung von Bluthochdruckdaten) ebenfalls mittels Oracle APEX die notwendige Anwendung entwickelt. Gerade zur mobilen Übermittlung und Bewertung von Patientendaten sind in der Zukunft noch eine Fülle von Anwendungen denkbar.
Kritische Stimmen meinen allerdings, Oracle APEX sei eine reduzierte Entwicklungsumgebung für Nicht-Entwickler und könne keinesfalls mit Java & Co verglichen werden. Um wieder auf das eingangs zitierte Koch-Beispiel zurück zu kommen: Wenn man ordentlich essen gehen will, bleibt man nicht beim Fastfood-Imbiss-Stand stehen, sondern besucht lieber ein gepflegtes, einladendes Spezialitäten-Restaurant.
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11-12/2009
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Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außen- handelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Seit 1993 arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für die Tagespresse sowie Fach- und Wirtschaftsmedien. Sein Schwerpunkt sind IT-Themen. 
