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Citrix iForum 2008
Virtualisierung, Green IT, Microsoft
In über 50 Breakout Sessions und vor über 1.100 Teilnehmern stellte Citrix auf dem diesjährigen Citrix iForum in München seine aktuellen Top-Themen vor.

„Wir müssen die natürlichen IT-Lebenszyklen abwarten, denn Unternehmen kaufen Technik ja nicht um der Technik willen, sondern weil sie ein wirtschaftliches Interesse haben.“ – Karl-Heinz Warum, Area Vice President Central Europa (Bild: Citrix)

Nur wenige Monate ist es her, dass Citrix den Virtualisierungsspezialisten XenSource für etwa 500 Mio. Dollar übernommen hat. Damals wurde in der Branche gemunkelt, dass Citrix damit einen Angriff auf Marktführer VMware starten wolle. Auf dem diesjährigen Citrix iForum wurde aber bereits bei der Keynote durch CEO Mark Templeton klar, dass es Citrix weniger um Servervirtualisierung geht, als um die Weiterentwicklung des Server Based Computings.

„Desktop 2.0“ war demzufolge auch das Schlagwort, unter dem Citrix sich künftig positionieren will. Templeton zeigte sich dabei auch hinsichtlich der Entwicklung von Virtualisierungskonzepten recht realistisch. Templeton: „Wir haben nie mit Hypes gespielt. Virtualisierung ist für uns einfach eine Technologie. Und die Marktforscher von Gartner schätzen, dass derzeit nur etwa 7 bis 10% der produktiven Server in Unternehmen virtualisiert sind. In den nächsten beiden Jahren könnte diese Zahl auf 15 bis 20% wachsen.“

Doch Templeton geht es dabei nach eigener Aussage weniger um eine allein seligmachende Server Based-Computing-Lösung, sondern vielmehr um ein umfassendes Produktportfolio, mit dem er Unternehmen unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten für unterschiedliche Anforderungen bieten kann.

Citrix Delivery Center

Unter der Dachmarke des Citrix Delivery Center sind hier nun die vier Infrastrukturlösungen zusammengefasst: XenSever (für das Management virtueller Server), Xen Desktop (für die Verwaltung und Darstellung auf dem Desktop des Anwenders), Netscaler (für die Komprimierung und den schnellen und sicheren Transport über das WAN) und XenApp (der ehemalige Presentation Server). Damit lässt sich eine durchgängige Infrastruktur abbilden, die von der zentralen Bevorratung von Anwendungen über deren Auslieferung mittels eines dafür optimierten Netzwerkes bis zur Darstellung auf dem Arbeitsplatzrechner alle notwendigen Komponenten umfasst.

Mark Templeton nutzte dabei für diese Vorstellung einen sehr plakativen Vergleich: Man wolle Virtualisierung so einfach, kostengünstig, unabhängig von den Endgeräten und zuverlässig machen wie Satellitenfernsehen. Daten, Anwendungen und Betriebssysteme beziehungsweise der Desktop werden also so unabhängig voneinander auf dem Server verwaltet und dynamisch für den Endanwender zusammengesetzt.

Als Alleinstellungsmerkmal dieser Lösung sieht Templeton vor allem die Interoperabilität und die einfache Handhabe für den Kunden. Wichtig ist hierbei aber auch die Kooperation mit Microsoft, dass allerdings selber mit Hyper V für diesen Herbst ein Virtualisierungsprodukt plant. „Microsoft ist eher ein Partner als ein Konkurrent. Wir werden natürlich darauf hin arbeiten, dass die eigenen Produkte mit denen von Microsoft zusammenarbeiten können“, erklärt dazu Templeton.

Als ideale Anwender sieht Templeton die rund 400 Mio. Angestellten weltweit, die bis zu 80 bis 90% ihrer Zeit vor einem festen Arbeitsplatz verbringen. Denkbar sei aber durchaus, so Templeton weiter, dass mit den zunehmenden technischen Möglichkeiten von UMTS und HSDPA auch mobile Arbeitnehmer integriert werden könnten.

Einsparungen versprochen

Dass dafür die vorhandene Infrastruktur nur in den seltensten Fällen ausreichend gerüstet sein dürfte, ist dem Citrix-CEO dabei klar. „Desktop 2.0 ist nur etwas für Firmen, die den Mut haben, entgegen dem allgemeinen Trend in ihrem Rechenzentrum ein paar Server mehr zu installieren.“ Doch dieser Mut werde belohnt, dann damit seien dann insgesamt Einsparungen von etwa 40% möglich.

Mit der Präsenz und der Akzeptanz von Citrix in Österreich zeigte sich im Anschluss an die Keynote von Templeton Karl-Heinz Warum, Area Vice President Central Europa, sehr zufrieden. „Wir haben vor Ort etwa 50 Händler, das sind eigentlich alle wichtigen. Und wie gut diese Händler agieren, zeigen unsere aktuelle DACH-Wachstumsraten: In Deutschland machen wir hier 60% Umsatz, in Österreich und der Schweiz jeweils 10 und in den östlichen Ländern etwa 20%.“ Er hofft allerdings, dass mit dem Trend zur Virtualisierung sich noch weitere Händler – denn Citrix verkauft ausschließlich über Händler – dem schon dichten Netz anschließen werden. Was ihm an seinen österreichischen Kunden besonders gefällt, ist deren Innovationsbereitschaft: „Hier werden im Vergleich zu Deutschland bereits deutlich mehr Applikationen im Web geschrieben.“

Als Fazit der dreitägigen Veranstaltung lässt sich wohl sagen, dass Citrix ehrgeizige Ziele in Richtung dynamisierter IT hat. Wie schnell sich dieser Weg gehen lässt, wird die Praxis zeigen. Denn wie Mark Templeton auch in seiner Keynote zugab, könne man nicht den Kunden eine Refesh-Agenda aufnötigen. „Wir müssen hier die natürlichen IT-Lebenszyklen abwarten, denn Unternehmen kaufen Technik ja nicht um der Technik willen, sondern weil sie ein wirtschaftliches Interesse haben. Aber ich bin mir sicher, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren das Thema Virtualisierung in fast allen Unternehmen abhebt.“

www.citrix.at

Green IT

Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

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